Full text: Land-Recht des Großherzogthums Baden

IIL.B. V.T. Von Heyraths=Vertr. u. Recht. d. Eheg. 419 
Die Gläubiger haben solchenfalls keine Klage wider 
die Ehegattin oder deren Erben | | 
Jst es die überlebende Frau, welche das Recht hat, 
gegen eine vereinbarte Summe das ganze Gemeinschafts 
Vermögen an sich zu ziehen, und die Erben des Manns 
davon auszuschließen, so hat sie die Wahl, diesen entwe 
der jen Summe zu zahlen und darnach für alle Schulden 
zu haften, oder auf die Gemeinschaft Verzicht zu thun, 
und deren Vermögen und Lasten den Erben des Manns 
zu überlassen. 
1525. Ehegatten können bedingen, daß die ganze Ge 
meinschafts=Masse Einem von ihnen allein oder dem 
Längstlehenden zugehören soll, vorbehaltlich den Erben 
des Andern, die von ihrem Erblasser eingebrachten Gü 
ter und Kapitalien aus der Gemeinschaft zurückzuneh 
men. 
Dieser Vertrag wird nicht als eine Begünstigung an 
gesehen, welche ihrem Jnhalt oder ihrer Form nach den 
Regeln der Schenkungen unterworfen ist, sondern nur 
als eine Uebereinkunft unter Gesellschafts=Genossen und 
als ein Geding des Heyraths=Vertrags, das durch diesen 
Kraft hat. 
Achter Abschnitt. 
Von der allgemeinen Güter=Gemein 
schaft. 
1525. Ehegatten können in ihrem Heyraths=Ver 
trag eine allgemeine Güter=Gemeinschaft verabreden, die 
sich auf alle, mithin auf ihre bewegliche und unbewegliche, 
gegenwärtige und zukünftige Güter, oder nur auf alle ihre
	        
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