Full text: Hübsch, Albert: Jagdrecht des Fürstentums Bayreuth mit Berücksichtigung des deutschen und bayerischen Jagdrechts

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Bei Eintritt in den markgräflichen Dienst war ein Diensteid1) 
zu leisten. Die Aufnahme der Forstknechte und Jägerburschen 
geschah durch den Förster, der aber ein Bestätigungsdekret?) vom 
Oberforst= und jägermeister noch besonders zu erholen hatte. So 
wurde es schon im 17. Jahrhundert gehalten, im 18. Jahrhundert 
erschien eine diesbezügliche Verordnung vom 19. August 1756, 
wonach kein Jagdbediensteter ohne Berichterstattung ans Ober 
jägermeister-Amt und Einsendung des Lehrvertrages mit gleich 
zeitiger Vorlage der bisherigen Zeugnisse im Originale angenommen 
oder entlassen werden sollte; es prüfte die Ausgelernten und 
bestätigte sämtliche Lehrzeugnisse. 
b) Das forum des Jagdpersonales. 
Sämtliche Beamte und Bediensteten des Forst- und Jagd 
wesens im Bayreuther Fürstentum unterstanden ursprünglich bis 
anfangs des 18. Jahrhunderts zwar, soviel ihr Amt in Betracht 
kam, also disziplinär, dem Oberjägermeister-Amt, allein sowohl 
in persönlichen wie dinglichen Angelegenheiten, besonders in pein 
lichen, waren sie der ordentlichen Gerichtsbarkeit der Aemter, wie 
*) Aus dem Eid der Förster und Forstknechte während der Zeit von 
1563—1605: 
„Ich soll und will mich alles das von meiner Huet von Forsthabern, 
Hünern, Weißgelds, Afterschlagen, Windbrüchen, dürren Holzs, Keeßayern und 
allen andern gestellet, Jedesmals einpringen, anzeigen und sonst alles das thun 
das zu Auferung und Nutz des Gehölzes dienlich ist." 
2) Beispiel eines solchen: 
„Daß Vorweißer dies Nicol Friederich uf der Stechern wohnhaft von 
dem Hochfürstlich Brandenburgischen Vogt und Förster zum Helmbrechts Herrn 
Peter Schedner vor Einem Forstknecht bey dem Hochherrschaftlichen Oberforst 
meister-Amt allhier vorstellig gemacht und weil er ein Herrschaftlicher Unterthan 
und Ehrlichen Herkommens ist, zu gewöhnlichen Unterknechts-Pflichten allbereit 
vor einem Jahr über die Helmbrechtser Gehülz genommen worden, wird hiemit 
bescheiniget. 
Actum Kirchenlamitz, den 22en Maii 1674. 
Neidhard Georg Wilhelm 
von Thäna. 
Peter Schedner.
	        
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