Bereicherung durch die Verlierenden selbst.
37
sen, welche man irrthümlich auf eine fremde Sache verwendet §. 5.
hat, nicht durch den Hinweis auf die Fähigkeit zu retiniren,
sondern durch die Ausführung, daß ein negotium nicht contrahirt,
der animus obligandi nicht vorhanden gewesen, motivirt wird.
Nach Ruhstrat's Lehre müßte dem vermeintlichen Erben, welcher ¬
im Besitze der Erbschaft aus eigenen Mitteln bona fide
Nachlaßgläubiger befriedigt hat, die actio negotiorum gestorum
versagt werden, weil er die Möglichkeit in der Hand hatte, seine
Auslagen bei Restitution der Erbschaft in Abzug zu bringen,
während umgekehrt demjenigen, welcher im guten Glauben, eine
fremde Sache gehöre ihm, Verwendungen auf dieselbe gemacht
hat, die Klage gewährt werden müßte, wenn ihm ohne sein Zuthun ¬
und ohne seine Schuld der Besitz der verbesserten Sache,
und damit die Möglichkeit, durch Vorschützung einer Einrede Vergütung ¬
seines Schadens zu erlangen, entzogen ist. Beide Entscheidungen ¬
dürften aber in offenbarem Widerspruch mit den ganz
allgemein redenden gesetzlichen Bestimmungen stehen.
Was die direkte Begründung der hier bekämpften Ansicht
aus den Quellen anbelangt, so beruft sich Ruhstrat auf die
bereits oben (S. 22) interpretirte l. 6. §. 3. de neg. gestis, 3, 5.,
auf 1. 49. und auf 1. 6. §. 6. eod. Diese letzte Stelle, welche
wir bereits bei der Frage, welchen Einfluß der Irrthum über die
Person des dominus negotiorum ausübe, kennen gelernt haben
(S. 8. Anm. 4.), und auf die wir bei Gelegenheit der actio de
in rem verso zurückkommen müssen, lautet:
Sed si ego tui filii negotia gessero, vel servi: videamus, ¬
an tecum negotiorum gestorum habeam actionem?
Et mihi videtur verum, quod Labeo distinguit, et Pomponius ¬
lib. 26. probat: ut, si quidem contemplatione
tui negotia gessi peculiaria, tu mihi tenearis: quod si
amicitia filii tui, vel servi, vel eorum contemplatione
adversus patrem vel dominum de peculio duntaxat dandam ¬
actionem.
Idemque est, et si sui iuris eos esse putavi. Nam
et si servum non necessarium emero filio tuo, et tu
ratum habueris, nihil agi ratihabitione, eodem loco
Pomponius scribit: hoc adiecto, quod putat, et si nihij
sit in peculio, quoniam plus patri dominove debetur,