thumbs : Vitruvius: Vitruuius Teutsch. Nemlichen des aller namhafftigisten vn[d] hocherfarnesten, Römischen Architecti, vnd Kunstreichen Werck oder Bawmeisters, Marci Vitruuij Pollionis, Zehen Bücher von der Architectur vnd künstlichem Bawen. Ein Schlüssel vnd einleytung aller Mathematische[n] vn[d] Mechanischen künst, Scharpffsinniger fleissiger nachtrachtung oder speculation künstlicher werck ... Alles mit schönen künstlichen Figuren vnd Antiquiteten ... gezieret vnd erkleret ... Erstmals verteutscht, vnd in Truck verordnet Durch D. Gualtheru[m] H. Riuium Medi. & Math. Vormals in Teutsche sprach zu transferiren, noch von niemand sonst vnderstanden ...

Das  Ander  Buch  Vitruuij
man  ein  Volck  dahin  fuͤret  sich  da  selbstzu  erneren/  das  man  sein  furnemen
nit  loben  wurde.  Dann  wie  ein  newgeborn  kindlein  on  die  milch  der  seugammen -
  nit  erhalten  oder  auffgebracht  werden  mag/  das  es  wachse.  Also
wenig  mag  auch  ein  Stat  on  Acker  ond  Velder/  vund  der  selbigen  frucht
barkeit  die  Einwoner  reichlichen  zu  speysen/  mit  zunemen  oder  in  mangel

der  narung  mit  einwonern  gemeret  werden.  Also  gleicher  gestalt  als  mich
bedunckt  die  fomierung  vnd  bezirck  zu  loben  /  also  acht  ich  dargegen  die
gelegenheit  zu  schelten.  Du  solt  aber  bey  mir  bleiben  /  dann  ich  werde  dich
bauchen.  Von  der  zeit  an  hat  sich  Dinocrates  vom  Konig  nit  hinweg  be
geben  /  ist  auch  mit  m  in  Egypten  gedogen.  Als  aber  Alexander  da  selbstver
merckt  ein  Meerporten/  so  von  natur  befestigt  /  vn  ein  gewaltig  gewerb  onfauch -
  gantz  Egypten  land  von  guten  Veldern  ein  reich  Korn  land  /  auch  die
treffliche  nutzbarkeit  des  gewaltigen  fluß  Nyli  erweget  /  befalch  er  nach  sei

nem  namen  da  selbst  die  Stat  Alexandriam  zu  bawen.  Also  ist  Dinocrates
von  wegen  seiner  gestalt  vnd  herlichen  ansehens  /  beym  Koͤnig  Alexandio
hinfur  kommen  /  ond  also  seiner  person  halber  gonst  erlangt  /  das  er  zu  solchen -
  ehren  vn  ruff  kommen.  Aber  ich  O  Großmechtiger  Keyser  bin  von  natur -
  mit  person  nit  begabt  worden  /  so  hat  mir  das  alter  meine  schoͤnheit  vn
wolgestalt  verderbt  /  ond  mancherley  widerwertigkeit  ond  kranckheit  /  haben

  mich  meiner  sterck  vnd  krafft  beraubt  /  Dieweil  ich  nun  solcher  behilf
aller  gantz  entplösset  /  verhoff  ich  doch  durch  hilff  der  kunst  vn  meiner  schriff
gunst  zu  erlangen  /  dan  dieweil  ich  in  meine  ersten  Buch  von  rechte  ampt
ond  gebürliche  werck  der  Architectur  geschriben  /  vn  allen  grund  diser  kunst
angezeigt  /  des  gleichen  gute  vnterrichtung  gestellet  /  die  grundfestung  ond
auff  zug  der  Stet  mit  eygentlicher  abtheilung  aller  innerlichen  Pletz  vnnd
Hoffstet  /  vn  yetzund  aber  volget  von  Templen  vn  Gotzheusern  zu  handlen

in  vnser  fürgenomener  ordnug  /  des  gleichen  von  Gemeinen  gebewe  /  in  was
proportion  vn  Symetria  solche  zu  richten  seyen  /  hat  mich  weiter  fur  gut  an
gesehe  /  vorhin  von  der  materi  des  zeugs  wo  solche  zu  wegen  bracht  vn  ober
schlagen/  wie  die  structur  oder  auffbawuͤg  damit  bereit  oder  auffgefuͤrt  wer
den  möcht  /  ond  das  ich  auch  weiter  irc  eygenschafft  /  die  sich  im  brauch  anzeiget

  melde/  hab  ich  erstlichen  die  wuͤrckung  der  natur  in  allen  denen  dingen -
  erkleren  woͤllen/  aber  doch  vor  dem  wir  solche  naturliche  ding  furhanden -
  nemen/  wollen  wir  den  orsprung  der  Gebew  erzele  /  woher  solche  ire  an
feng  genomen/  aufskomen  vnd  zugenomen/  auch  wie  von  den  alten  erstlichen -
  natuͤrliche  ding  von  jnen  gemerckt  worden  /  auch  wo  solche  freundlicheit
der  menschen  sich  erhaben  vn  nach  langer  zeit  hernach  in  Schrifften  gestel
let  worden/  als  ich  dann  solches  von  den  selbigen  bracht  hab.

Auß=
            
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