Metadaten : Annalen der deutschen und ausländischen Criminal-Rechts-Pflege (Bd. 14 = N.F. Bd. 2,1/2 = H. 27/28 (1832))

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und  habe  keinen  muntern  aufgeweckten  Charakter;  —  sie
sey  nicht  weltklug;  —  sie  habe  einen  närrischen  Streich
noch  nie  gemacht;  —  sie  sey  immer  nicht  so  recht  raffinirt -
  gewesen;  —  sie  habe  Einen  nicht  recht  angesehen.
Der  Amtsphysicus  Dr.  E.,  welcher  demnächst  zur
Inquisitin  gelassen  wurde,  um  ihren  Gesundheitszustand
zu  erforschen  und  das  Resultat  zu  den  Acten  zu  referiren,
berichtet  leider  weiter  nichts,  als  was  die  Karies  über
ihren  körperlichen  und  geistigen  Zustand  ihm  selbst  erzählte; -
  nämlich:  „daß  sie  seit  ihrer  ersten  monatlichen
Reinigung  immer  nicht  recht  wohl  gewesen,  dabei  Sausen
und  Brausen  vor  den  Ohren,  Herzklopfen  und  Aengstlichkeit, -
  auch  Krämpfe  im  Unterleibe  und  fehlerhafte  Verdauung -
  gehabt  habe,  daß  sie  denn  auch  unschuldig  hinsichtlich -
  des  Feueranlegens  sey,  indem  sie  gar  nicht  gewußt -
  habe,  wie  ihr  wäre.  Der  Dr.  E.  zieht  hieraus
den  Schluß:
„Inquisitin  ist  nicht  gesund  am  Körper,  mithin  auch
„an  der  Seele  krank,  indem  wohl  bewußt  ist,  daß
„beide  durch  Sympathie  schwesterlich  mit  einander
„leiden,  wenn  ein  Theil  leidet,  welches  nun  bei
„ihrem  melancholischen  Temperamente  desto  leichter
„geschehen  mußte.
Am  10.  Nov.  hatte  die  Inquisitin  einen  Anfall  von
Blutspeien,  der  aber  ohne  weitere  Folgen  vorüber  gegangen -
  ist,  denn  sie  konnte  schon  Tags  darauf  vernommen
werden,  und  es  kommt  in  den  Acten  keine  Spur  davon
vor,  daß  sie  sich  im  Gefängniß,  oder  bei  ihren  Vernehmungen -
  als  wahnsinnig  betragen  hätte;  ja  sie  hat  auch
dem  Pfarrer  F.  bei  seinen,  auf  ihr  Verlangen  mit  ihr
gehabten  Unterhaltungen  immer  treffend  und  richtig  geant¬Votage -

Staatsbibliothek
Max-Planck-Institut  für
zu  Berlir
            
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