Volltext : Marezoll, Gustav Ludwig Theodor: Lehrbuch der Institutionen des römischen Rechtes

174  Zweiter  Theil.  Grundzüge  des  röm.  Privatrechts.
Minuitur  existimatio,  quotiens,  manente  libertate,  circa
statum  dignitatis  poena  plectimur,  sicuti  cum  relegatur  quis,
vel  cum  ordine  movetur,  vel  cum  prohibetur  honoribus
publicis  fungi,  vel  cum  plebejus  fustibus  caeditur,  vel  in
opus  publicum  datur,  vel  cum  in  eam  causam  quis  incidit,
quae  edicto  perpetuo,  infamiae  causa,  enumeratur.
Consumitur  vero,  quotiens  magna  capitis  deminutio
intervenit,  id  est,  cum  libertas  adimitur.  Callistratus  in
fr.  5.  §.  1—3.  D.  L,  13.  de  extraord.  cogn.
Cum  lege  quis  intestabilis  esse  jubetur,  eo  pertinet,  ne
ejus  testimonium  recipiatur,  et  eo  amplius,  ut  quidam  putant,
neve  ipsi  dicatur  testimonium.  Gaius  in  fr.  26.  D.  XXVIII,
1.  qui  testamenta  facere  possunt.
§.  77.
Einfluß  der  Religion  auf  die  Rechtsfähigkeit.
Seitdem  die  christliche  Religion  unter  Kaiser  Constantin ¬
  zur  Staatsreligion  erhoben  worden,  setzte  der  volle  Genuß
der  bürgerlichen  Rechte  nicht  blos  voraus,  daß  man  ein  Christ,
kein  Heide,  oder  Jude  war,  sondern  auch,  daß  man  sich  zu
der  orthodoren,  d.  h.  zu  der  von  dem  Kaiser  und  seinem
Clerus  approbirten,  christlichen  Kirche  hielt.  Zur  Rechtgläubigkeit ¬
  eines  Christen  gehörte  im  Justinianischen  Rechte,  daß
man  namentlich  die  Aussprüche  der  vier  ökumenischen  Synoden, ¬
  von  Nicäa,  Constantinopel,  Ephesus  und  Chalcedon, -
  anerkannte.  Wer  zwar  Christ  war,  aber  jene  Glaubensartikel ¬
  nicht  anerkannte,  hieß  Ketzer,  haereticus,  und
wurde  fast  ganz  als  rechtlos  behandelt.  Eben  so  der  vom
christlichen  Glauben  Abgefallene,  der  apostata.  Juden  und
Heiden  wurden  bei  weitem  nicht  mit  derselben  Strenge  behandelt. ¬

            
Waiting...

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzerin, sehr geehrter Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.

powered by Goobi viewer