Volltext : ¬Das Pandectenrecht aus den Rechtsbüchern Justinians (Theil 1, Bd. 1)

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Man  vgl.  1.  29.  §.  1.
„Paulus  respondit:  ea,  quae  in  fraudem  Senatusconsulti,
quod  de  intercessione  feminarum  factum  est,  excogitata  probari ¬
  possunt,  rata  habere  non  oportere“
Durch  ein  Beispiel  findet  sich  diess  in  pr.  I.  c.  erläutert.
„Quidam  voluit  heredibus  Lucii  Titii  mutuam  pecuniam
dare,  et  cum  eis  contrahere,  sed  quoniam  facultates  eorum  suspectas ¬
  habuit,  magis  voluit  uxori  testatoris  dare  pecuniam,  et
ab  ea  pignus  accipere;  mulier  candem  pecuniam  dedit  heredibus, ¬
  et  ab  his  pignus  accepit.  Quaero:  an  intercessisse  videatur, ¬
  et  an  pignora,  quae  ipsa  accepit,  teneantur  creditori?
Paulus  respondit:  si  creditor,  cum  contrahere  vellet  cum  heredibus ¬
  Lucii  Titii,  evitatis  his,  magis  mulierem  ream  elegit,  et
in  ipsius  persona  Senatusconsulto,  quod  de  intercessionibus
facta  est,  locum  esse,  et  pignora  ab  ea  data  non  teneri.  Eas
autem  res,  quas  mulier  ab  his,  pro  quibus  intercedebat,  pignori
accepit,  creditori  mulieris  obligatas  non  esse;  sed  non  sine  ratione ¬
  Praetorem  facturum,  si  non  tantum  persona  subducta
mulieris,  in  principales  debitores  dederit  actionem,  sed  etiam  in
quae  mulieri  obligatae  sunt.
res,
Die  Erben  des  Titius  wollten  Geld  borgen.  Dem  Gläubiger ¬
  schienen  sie  nicht  genug  Sicherheit  zu  bieten.  Er  kam
daher  mit  des  Erblassers  Wittwe  überein,  dass  diese  als  Erborgerin ¬
  eintreten  und  ihm  Pfand  geben  solle.  Diess  geschal,
und  die  Wittwe  verborgte  dann  das  Geld  auf  ihren  Namen  an
den  Erben.  Weder  an  die  Wittwe,  noch  an  das  von  ihm  bestellte ¬
  Pfand  konnte  sich  der  Gläubiger  halten.
Hiermit  ist  noch  eine  casuistische  Erörterung,  in  die  Lehre
von  dem  de  in  ren  verso  gehörig,  verbunden.  Gesetzt,  die
Wittwe  hatte  sich,  als  sie  das  Erborgte  anderweit  an  die  Erben -
  auslich,  von  diesen  Pfand  bestellen  lassen.  Diese  Pfänder ¬
  waren  dem  Gläubiger  nieht  verhaftet,  da  mit  diesem  die
Erben  gar  nicht  contrahirt  hatten.  Allein  Letztere  würden
offenbar  mit  des  Gläubigers  Schaden  auf  widerrechtliche  Weise
sich  bereichern,  wenn  in  einem  solchen  Falle  der  Prätor  nicht
die  persönliche  sowohl,  als  auch  die  Pfandklage  dem  Gläubiger -
  gegen  die  Erben  verstatten  wollte.
§.  3.
Zu  Num.  2.
Ueber  intercedirender  Frauenspersonen  Recht,
dasjenige  zurückzufordern,  was  sie  zufolge
der  Intercession  geleistet  haben.
Zu  dem  Satze  unter  2.  a)  bedarf  es  keiner  besondern  Belegstellen. ¬
  So  ziemlich  alle  Fragmente  des  Titels  könnten
dazu  gebraucht  werden.
            
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