Volltext : Arndts von Arnesberg, Karl Ludwig: Lehrbuch der Pandekten

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IV.  Buch.  Von  den  Familienverhältnissen.
§.  439.  440.
1835.  1847.  1859.  Heimbach,  Art.  „Vormundschaft"  im  Rtslex.  XIII.  S.  327...964.
Vgl.  den  Art.  „Cura“  III.  S.  133...  221.
2  Nach  diesem  Gesichtspunkte  reiht  man  die  Vormundschaft  den  Familienverhältnissen
an.  Savigny  System  I.  S.  361.  Arndts  Encyklop.  §.  64.  Dagegen  Puchta,  welcher
die  Lehre  von  der  Vormundschaft  in  das  Obligationenrecht  stellt  (Pand.  §.  331...  355.):
vgl.  auch  Kraut  I.  S.  96.  Kuntze  in  systemate  iur.  civ.  hod.  doctrina  de  jure
tutelae  num  iuri  obligationum  adscribenda  sit?  Lipsiae  1851.
§.  440.
Die  Gründe,  wegen  deren  eine  Vormundschaft  eintreten  kann,  sind:
1)  Jugendliches  Alter.  Aus  diesem  Grunde  sollen  nach  römischem
Recht  a)  Unmündige,  die  sui  iuris  sind,  von  Rechtswegen  unter  einer
Vormundschaft  stehen,  welche  Tutela  heißt,  tutela  impuberum  s.  pupillorum ¬
  à.  b)  Mündige  Minderjährige  bedürfen  zu  gewissen  Handlungen
des  Beistandes  eines  Curato
3,  und  kann  ihnen  in  einigen  Fällen  auch
wider  ihren  Willen  ein  solcher  bestellt  werden  b;  sie  können  auf  ihr  Gesuch ¬
  immer  Curatoren  für  ihr  ganzes  Vermögen  erhalten;  aber  eine
allgemeine  Vorschrift,  daß  sie  unter  Vormundschaft  stehen  sollen,  besteht
im  römischen  Rechte  nicht".  Der  Unterschied  zwischen  der  tutela  impuberum ¬
  und  cura  minorum'  besteht  darin,  daß  der  Tutor  durch  seine
As  ee  Auctoritas  die  Handlungsfähigkeit  des  impubes  infantia  maior  an  sich
e
ergänzt  ",  während  bei  dem  curator  minoris  nur  von  dessen  Zustimmungk
zu  selbständig  vorgenommenen  Handlungen  des  Minderjährigen  die  Rede
ist  e.  Die  erste  endigt  mit  der  Mündigkeit",  und  tritt  alsdann  in  der
Regel  nur  ein  Anderer,  nicht  der  gewesene  Tutor,  als  Curator  für  die
Zeit  der  Minderjährigkeit  ein  5.  Nach  heutigem  Rechte  aber  ist  es  allgemeine ¬
  Vorschrift,  daß  Minderjährige  unter  Vormundschaft  stehen,  und
ist  nun  die  tutela  impuberum  und  die  cura  minorum  zu  einer  von
der  ersten  Kindheit  bis  zur  Volljährigkeit  sich  erstreckenden  Altersvormundschaft
  verschmolzen  worden?.
2)  Mangel  der  Willensfähigkeit  wegen  geistiger  Krankheit;  darauf  beruht
die  curà  furiosi  h,  die  jedoch  nur  dann  eintritt,  wenn  nicht  ohnehin  durch
Altersvormundschaft  für  den  Wahnsinnigen  gesorgt  ist  i.  Damit  verwandt  ist
à  Inst.  de  tutelis.  1.  13.  Dig.  26.  1.  b  L.  2.  3.  Cod,  qui  legitimam  pers,  in  iud.  3.  6.  de
in  litem  dando  tut.  v.  cur.  5.  44.  L.  1.  7.  Cod.  qui  pet.  tut.  5.  33.  L.  5.  §.  5.  L.  33.  S.  4.  D.
de  adm.  tut.  26.  7.  cf.  L.  1.  in  f...  L.  3.  pr.  D.  de  minor.  4.  4.
pr.  §.  2.  J.  de  curatoribus. ¬
  1.  23.  d  Inst.  de  auctoritate  tutorum.  1.  21.  Cod.  de  auctoritate  praestanda.  5.  59.  L.  19.
D.  de  auct.  tut.  26.  8.  L.  17.  §.  1.  D.  de  app.  49.  1.  cf.  §.  4.  J.  qui  dari  tut.  1.  14.  e  Dig,  de
auctoritate  et  consenzu  tutorum  et  curatorum.  26.  8.  f  pr.  J.  quib.  mod.  tut.  fin.  4.  22.  L.  3.
Cod.  quando  tut,  esse  desin.  5.  60.  5  L.  5.  S.  5.  D.  de  adm.  26,  7.  not.  b.  cf.  S.  18,  1.  de
excus.  1.  27.  L.  25.  D.  de  tut.  dat.  26.  5.  L.  20.  Cod.  de  excus.  5.  62.  h  §.  3.  J.  de  curator.
1.  23.  Dig.  de  curatoribus  furioso  et  aliis  extra  minores  dandis.  27.  10.  Cod.  de  curatore  furiosi
vel  prodigi.  5.  70.  i  L.  3.  pr.  §  1.  D.  de  tutel.  26.  1.  L.  4.  Cod.  h.  t.  5.  70.  cf.  L.  8.  S.  3.
D.  de  tut.  dat.  26.  5.
            
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