Full text: Abhandlung über die gesetzmässige Befriedigung concurrirender Gläubiger (Bd. 1)

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§. 19. 
Von den Pränotirungen und Superpränotirungen. 
Wenn derjenige, welcher das Pfandrecht auf eine unbewegliche 
Sache anspricht, darüber zwar eine glaubwürdige, aber keine inta 
bulationsfähige Urkunde besitzt, so kann er, damit ihm Niemand 
ein Vorrecht abgewinne, die bedingte Eintragung oder Pränotation 
gegen binnen 14 Tagen zu überreichende Rechtfertigungs-Klage 
verlangen §§. 438, 453 u. 439 b. G. B. 
Die Frage, unter welchen Bedingungen eine Pränotation Statt 
finde, ist von den berühmtesten Juristen vielfältig besprochen wor 
den, und die hierüber erschienenen Abhandlüngen liefern keineswegs 
gleiche Resultate. 
Herr Hofrath v. Zeiler!), Herr Dr. Hofbauer 2), und Herr 
sprechen ihre Meinungen dahin aus, 
Magistratsrath Kopetzky 
daß jede persönliche Forderung, worüber eine glaubwürdige Urkun 
de bestehe, pränotirt werden könne, wenn auch kein Titel zum 
Pfandrechte nachgewiesen sey. Der Herr Regierungsrath und Pro 
fessor Winiwarter4) behauptet: Es müsse auch bey der Pränotirung 
allerdings ein Titel zum Pfandrechte vorhanden seyn, dieser liege 
aber in dem Gesetze in allen jenen Fällen, in welchen das Gesetz 
dem Gläubiger das Recht auf Sicherstellung einräume; daraus 
folge, daß die Pränotirung in allen jenen Fällen bewilliget wer 
den könne, in welchen der Gläubiger eine mittlerweilige Sicherstel 
lung zu verlangen berechtiget sey. 
Herr Appellationsrath Nippel 5) ist gleichfalls der Meinung, 
daß der Gläubiger einen Titel zum Pfandrechte nachzuweisen habe; 
behauptet aber, daß die Pränotirung zwar ohne ausgewiesenen Titel 
zum Pfandrechte bewilliget werden könne, daß aber derselbe bey 
der Pränotirungsrechtfertigungsklage ausgewiesen werden müsse; hin 
gegen aber behauptet Herr Hofrath Benoni 6), daß eine Pra 
4) Siehe seinen Commentar zum §. 153. B. II. S. 281. 
2) Siehe die östr. jurid. Z. S. vom Jahre 1823 B. II. S. 94. 
3) Siehe die do. Jahr 1332 B. II. S. 141. 
a) Siehe die do. Jahr 1832 B. 1. S. 99. 
5) Siehe die do. Jahr 1330 Heft 3 und seinen Commentar über das allg. b. G. B. 
zum §. 453 S. 264. 
5) Siehe die do. Jahr 231. B. 1. S. 119.
	        
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