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Beteiligung der extremsten Berufsklassen eine entgegengesetzte auf
der Gläubiger- und Schuldnerseite ist. Während der Kapitalismus
auf der Gläubigerseite mit 33,60 % beteiligt ist, spielt er auf der
Schuldnerseite mit nur 7,01% eine geringe Rolle; ähnlich ist dies
bei den Gesellschaften. Auf der anderen Seite ist der Arbeiter auf
der Gläubigerseite mit nur 2,30 %, auf der Schuldnerseite jedoch
beteiligt. Die berufslosen Personen haben natürlich auch
mit 19,72
häufiger etwas zu bezahlen als zu fordern. Der Fabrikant und Besitzer
ist, wie sich ja auch hieraus ganz deutlich ergibt, der Kreditgebende,
der Arbeiter und Berufslose hingegen der Kreditnehmende. Bei den
akademisch gebildeten Personen gleicht sich die Prozentzahl auf beiden
Seiten aus, ein Ergebnis, das in anderen als Universitätsstädten wohl
kaum zu erwarten sein dürfte. Zwar kann man nicht sagen, daß
diese Klassen mehr Kredit gewährten als gäben, im Gegenteil, nur
kommt es bei ihnen eben in selteneren Fällen, wenn sie Schuldner
sind, zu einer Pfändung. Als starke Gläubiger muß man wohl die
der zwei ersten und der achten Kategorie, nämlich die akademisch
Gebildeten, die Fabrikanten, Besitzer und die Gesellschaften ansehen.
Wenigstens sind wir nicht in der Lage, hier noch eine weitere Unterscheidung ¬
nach schwachen und starken Elementen zu machen. Aber
wenn unter diesen Firmen auch mancher schwache Gläubiger vorhanden -
sein mag, so wird sich das ausgleichen, da aus der Rubrik
Kaufleute, die wir im allgemeinen als schwache Gläubiger annehmen
wollen, weil sie außerordentlich häufig auch als Schuldner beteiligt
sind, wiederum mancher wirtschaftlich Kräftige auszuscheiden sein
dürfte. Wenn wir also nicht ohne Bedenken die Kaufleute ohne
weiteres als wirtschaftlich schwache Gläubiger bezeichnen, so dürfen
wir wohl schlechthin den Arbeiter als schwachen Gläubiger annehmen.
Seine wirtschaftliche Schwäche tritt in der hohen Prozentzahl, mit
der er auf der Schuldnerseite beteiligt ist, deutlich hervor. Dasselbe
ist von den Personen ohne Berufsangabe zu sagen. Wenn auch
mancher Rentier darunter sein mag, so spielen doch eben die
selbständigen Frauen darin eine große Rolle, und diese sind auch
als Schuldner stark beteiligt. Hierher gehören ferner die ohne
Zweifel meist als schwach im wirtschaftlichen Sinne zu bezeichnenden
Alimentengläubiger, uneheliche Mütter mit ihren Kindern. Der
Mittelstand ist mit so hohen Prozentsätzen auf der Schuldnerseite
vertreten, daß wir ihn wohl ohne Bedenken im großen und ganzen
auf die Seite des schwachen Gläubigers stellen können.