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Anwendung der so zum positiven Recht erhobenen
Rechtssätze auf einzelne Fälle bleibt dann allerdings ¬
Sache der Wissenschaft, diese Anwendung
im Einzelnen würde, wie oben gesagt ist, ohne
größere Vollständigkeit zu bringen, das Gesetz des
wesentlichen Vortheils einer angemessenen Kürze
nothwendig berauben.
Gesetzes ohne Zweifel in seiner Dauer sich bewähren.
In allen Zeitaltern der Menschheit wird
indessen die Anwendung der höchsten Vernunftgesetze ¬
und der Gebote der Moral auf die Rechtsverhältnisse =
des bürgerlichen und politischen Lebens mannichfach
verschiedene Gesetze als dem Ziele der Menschheit
und der Staaten entsprechend herausstellen. Die Menschheit =
wird nie still stehen, das vollkommenste Gesetz
immer im Ideale bleiben; und in der gleichmäßigen
Fortschreitung des Gesetzes mit der Menschheit selbst; in
der Annäherung zum Ideale, also in der Veränderung, ¬
ist seine relative Vollkommenheit zu suchenWir ¬
bekennen uns daher zu der Meinung Schillers,
der, von dem obersten Grundsatze ausgehend, „daß
Fortschreitung des Geistes das Ziel des Staates seyn
soll" über die Gesetzgebung der Lykurg folgendes Urtheil ¬
ausspricht:
„Der Staat des Lykurgus konnte nur unter der
einzigen Bedingung fortdauern, wenn der Geist des
Volkes still stünde; er konnte sich also nur dadurch
erhalten, daß er den höchsten und einzigen Zweck eines
Staats verfehlte. Was man also zum Lobe des Lykurgus ¬
angeführt hat, daß Sparta nur so lange blühen
würde, als es dem Buchstaben seines Gesetzes folgte,
ist das Schlimmste, was von ihm gesagt werden
konnte.
S. d. Abhandl.: „Die Gesetzgebung des Lykurgus =
und Solon.