*
A.
wornach sich bey
Badische allgemeine Zunftordnung,
allen Zünften, soweit nicht die Art der Treibung des
Handwerks oder andere Hinderniße entgegen stehen, zu
richten, d. d. Carlsruhe, am 25sten
October 1760.
Wir Carl Friderich, von GOttes Gnaden Marggrau zu | |
Baden und Hochberg, Landgraf zu Sausenberg,
Grav zu Sponheim und Eberstein rc. Fügen hiermit manniglich, =
insonderheit aber denen so daran gelegen ist, zu
wissen. Was maßen Wir vor gut gefunden haben, in denen
Zunft=Artikeln eine Gleichförmigkeit bei allen Zünften, in
so welt solches nicht die Art der Treibung des Handwerks,
die Vorschrift wegen der Meister=Stücke, und s. f. betrift,
als welche allerdings je nach der Art dieses oder jenes Handwerks =
eine Aenderung leiden, zu treffen den Bedacht genommen, ¬
und zu solchem Ende nachfolgende bei allen und jeden
Zünften und Handwerkern zu beobachtende General-Articul
hiermit vorgeschrieben haben, und als beständige Gesetze geltend =
gemacht wissen wollen.
I. Von denen Zunftmeistern und Zunft=Versammlungen.
Articulus I.
Erstlich sollen alljährlich von denen Meistern jeder
Zunft, ein oder mehrere Zunft=Meistere nach dem Jnhalt
jeder Zunft=Ordnung erwählt, daferne aber die Wahl auf
solche Subjecta fiele, die der Zunft Angelegenheit wenig oder
gar nicht erfahren, alsdann auf Erkänntnis Unserer OberAemter =
zu einer anderweiten Wahl geschritten und diese auf
tuͤchtigere geleitet-odervon dem Obereramt tuͤchtige Subjecta,
obschon solche wenigere Vota haben, ex officio bestellt,
jeder solche Zunftmeistere aber statt einer Besoldung das in
jeder Zunft=Ordnung disfalls Ausgeworfene geniessen, auch
da