Full text: Zeitschrift für Rechtsgeschichte (Bd. 3 (1864))

3. Ueber die Julianische Edictsredaction

Ueber die Julianische Edictsredaktion.
Von
Rudorfs.

Einleitung.
I.
Es ist ein schlimmer Verlust für die Entwicklungsgeschichte
der römischen Civilrechtspflege, daß ihr wichtigstes Culturelement,
das Edict, nicht wenigstens in seinem endlichen Julianisch-Hadria-
nischen Abschluß durch irgend eine der einst so zahlreichen und über-
all verbreiteten Abschriften auf uns gekommen ist. Denn wie
gering man den Eindruck jener zusammenfassenden und ausgleichen-
den Arbeit anschlagen mag: daß sie einen Wendepunkt bezeichnet,
mit dem die Fortbildung des Rechts ganz neuen Organen zufiel,
das ergiebt die Vergleichung des altern Rechtszustandes mit dem
spätern beim ersten Blick auf die Cdictscommentare und Conftitu-
tionensammlungen. Die byzantinische Zertrümmerung der Edictslit-
teratur hat nach Kräften gesorgt, daß eine vollständige Herstellung
ibres Mittelpunkts, der Julianischen Reichscivilprozeßordnung unS
nicht mehr gelingen kann. Juftinians Studienordnung rühmt
wenigstens von dem wichtigen Actionenabschnitt: es sei Alles mit
neuer Schönheit geziert und des Unnützen oder Veralteten nicht
die Spur mehr übrig. Onrnia nova pulchritudine sunt deco-
rata — heißt es im §. 3 der Constitutio Omnem reipublicae —
Zeitschrift für Rechtsgeschichte IU. 1

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