Full text: Zeitschrift für Rechtsgeschichte (Bd. 4 (1864))

Msrelten.

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über den Lehnsprozeß eine im XVI. Jahrh. gefertigte und 66 Blätter
einnehmende sorgfältige Abschrift von einem Projecte zur Caro-
lina, welches dadurch merkwürdig ist, daß eS mit keinem der bei-
den bekannten Projecte aus den Jahren 1521 und 1529 (gedruckt
in Zöpfl's Ausg. der Carolina, Heidelb. 1842. 8". S. 111 ff.)
übereinkommt, sondern als eine Compilation aus beiden sich dar-
stellt, indem es seine Artikel bald aus dem Projecte v. 1521, mit
dessen Vorrede es auch beginnt, bald aus dem v. 1529 entlehnt hat.
9. Tammo von BoSSdorf'S Sippzahlregeln.
Die Regeln derSippzahl (Homeyer, Rechtsbüch.S.9
nebst S. 175; Stobbe's Rg. S. 389 nebst Note 71; Was-
ser sch leben, Princip der Successionsord. S. 23 ff.) sind in
mehrfachen Handschriften erhalten (Homeyer, Rb. n° 332, 384,
385; Wasserschleben 1. c. Note * zu S. 125; Bühlau in
der Ztschr. für Rg. I. S. 248. n° 10, 11) und mit Benutzung
von dreien derselben von Wasserschleben 1.e. S. 125 ff. voll-
ständig abgedruckt werden. Der Verfasser wird in keiner der be-
kannten HH. genannt, und nur vermuthungSweise hat Wasser-
schleben I. e. S. 24 die Autorschaft des Merseburger Domherrn
Tammo von Bocksdorf hingestellt, unter dessen Namen erb-
rechtliche Regeln an verschiedenen Orten citiert werden und hinter
mehreren Ausgaben der Practica von Chilian König gedruckt
Vorkommen (vgl. auch Stobbe, Rg. Note 40 zu S. 383), jedoch
in einer von den Sippzahlregeln bedeutend abweichenden und augen-
scheinlich bereits überarbeiteten Fassung. Wasserschleben'-
Bermuthung wird nunmehr zur Gewißheit erhoben durch ein von
Herrn Prof. Muth er an das Licht gezogenes Königsberger Exem-
plar der Sippzahlregeln in dem Codex n° 36 fol. des Provinzial-
Archives. Dieses Exemplar nämlich, welches gegen Ende des XV.
oder zu Anfänge des XVI. Jahrh. auf 5 Blättern geschrieben ist,
trägt die Ueberschrift: Diss seint die regelnn Buchßdorffers
zcu nehmen nach sechischem rechten und giebt die Sippzahl-
regeln in ihrer ursprünglichen Fassung. Indessen hat es in Ver-
gleichung mit dem Abdrucke bei Wasserschleben gewisse Be-
sonderheiten. So fehlt die fünfte Regel nach der Rubrik Von den
gelydern (W. S. 131). Ferner sind hinter der letzten (4.) Regel
der eben bezeichneten Rubrik fünfzehn Absätze eingeschaltet mit der
Ueberschrift: Hiernach vindet man die vnderscheidt der mag-

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