Full text: Archiv für bürgerliches Recht (Bd. 30 (1907))

19. Kleine Mitteilung

16.

Kleine Mitteilung.

In seiner Besprechung meines seerechtlichen Kommentars (Bd. 30 dieses
Archivs S. 136 ff.) rügt Herr Privatdozent Or. Op et „die vereinzelt durch-
brechende, an längst überwundene Theorien sich anlehnende, freilich auch in
der Seemannsordnung § 88 Abs. 2 konservierte Auffassung der Rechtspersönlichkeit
des Schiffs, die dazu führt, Schiff und Ablader als Vertragskontrahenten zu
bezeichnen, eine Schadensersatzpflicht des Schiffs statuiert . . ., den Inhalt
des Konnossements vom Schiff vertreten läßt, eine Herausgabepflicht des
Schiffs . . . anerkennt usw."
Daß auch ich auf S. 80 Note 2 meines Buches jene Theorie als „über-
wundenen Standpunkt" bezeichnet habe, ist Herrn vr. Op et entgangen.
Ebenso scheint ihm unbekannt, daß die seerechtliche Praxis es liebt, Berechtigungen
und Verpflichtungen des Reeders, Verfrachters, Schiffers als solche „des Schiffes"
zu bezeichnen, ohne daß es ihr einfällt, damit eine Rechtspersönlichkeit des
Schiffes zu statuieren. Es handelt sich um eine fagon de parier, die sogar in
Gesetzestexte übergegangen ist (vgl. z. B. § 22 der Hamb. Betriebs- und Ge-
bührenordnung für die Quaianlagen; 8§ 1, 2, 3, 4, 8, 11, 12, 13, 16, 18, 26
des Reichsgesetzes, betr. das Flaggenrecht der Kauffahrteischiffe vom 22. Juni 1899
usw.). Im Archiv für öffentliches Recht Bd. 14 S. 527 Note 5 habe ich auf
dieselbe hingewiesen und sie als „juristisch unschön, aber wegen ihrer Kürze
praktisch verwendbar" bezeichnet.
Hamburg. Dr. Schaps, Landrichter.

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