Full text: Archiv für bürgerliches Recht (Bd. 18 (1900))

4. Die Lehre von der Auslobung nach Gem. Recht und B. G. B.

2.
Die Lehre von -er Auslobung nach Gem. Recht
und L.G.L.
Von vr. Älcran-er Elster in Jena.
Uorlremerlriing.
Zu Beginn seiner Abhandlung über die „Auslobung" Z sagt
Exner: „Nicht bloß um die theoretische Auffassung, sondern fast um
alle praktischen Konsequenzen der Auslobung wird heute noch lebhaft
gestritten", und hinzuzufügen ist: Es deckt sich in der Lehre von der
Auslobung kaum die Ansicht eines Juristen mit der eines anderen
vollkommen; es ist eine ganze Reihe von theoretischen Konstruktionen
im einzelnen versucht worden, und die Dogmatik in der Hauptsache
bewegt sich von reiner Versprechenstheorie bis zu unbedingter Vertrags-
theorie.
Die vielen Schriftsteller, die gerade wegen der Streitigkeit des
Stoffes sich immer wieder zu ihm hingezogen fühlten, haben es jeweils
an Polemik nicht fehlen lassen, um schließlich wieder eine neue Ansicht
zur Geltung zu bringen, und verfolgen wir die älteren Schriften und
die neueren bis zum.Bürgerlichen Gesetzbuche, so sehen wir, daß auch
hier das „iravTa pei" gilt.
Wenn auch die Auslobung in dem großen Rechtsgebiet nur einen
bescheidenen Platz einnimmt, so ist doch ihre Behandlung gerade darum .
eine wichtigere, weil in ihr sich die prinzipiellsten Fragen des Obliga-
tionenrechts zuspitzen, die Fragen nach den Verpflichtungsgründen: Ver-
trag oder einseitige Zusicherung.
Manche wollen alles aus dem römischen Rechte folgern, andere
nur aus deutschem Recht, und wieder andere sprechen von dem modernen

') a. a. O. S. 337; unten S. 127.

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