Full text: Archiv für bürgerliches Recht (Bd. 39 (1913))

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Kurze Anzeigen.

Sie enthält keine grundsätzlichen Acndcrungcn, führt vielmehr das
Merkchen in den bewährten Bahnerl auf Grundlage der Rechtsprechung
sachgemäß fort und wird ihm auch in Zukunft trotz der Hochflut der
Kontürrcriz seinen Platz bewahren.

Res. G. Kullmann, Strafrecht und L 8 s i o n e n l e h r e. Wies-
baden 1912, Staadt. XVI und 14.5 Seiten. Preis 4 Mk.
Der jugendliche Autor hat das Bedürfnis empfunden, einen Teil
seiner Anschauungen über die grundsätzlichen Probleme der Rechts-
wissenschaft der Ocsfcntlichkeit zn unterbreiten. Daß er sic damit ge-
fördert hätte, läßt sich, tvenigstens rvas das Privatrccht angeht,
leider in keiner Weise behaupten. Vielmehr enthält das Gebotene,
neben einer ganz unzulänglichen Beherrschung des heutigen Standes
der Forschung und ihrer Literatur — wie kann jemand über Kausal-
hastnng und prirwtrechtlichc Rechtswidrigkeit schreiben, ohne sich z. B.
mit den Arbeiten von M. Rümclin und Zitelmann ausein-
andcrznsetzcn? — eine solche Fülle vorschneller, radikaler und dabei
mit erstaunlicher Sicherheit vorgetragener Thesen, daß gegen diese
Art wissenschaftlichen Betriebes entschieden Verwahrung am Platze ist.
Man lese z. B. S. 15—6, wo der Verf. alle subjektiven öffentlichen
Rechte cinschl. des Rechtsschutzanspruches mit ein paar Sätzen vornehm
abtut, S. 40—1: zwischen Obligationsverhältnis und Delikt ist kein
Unterschied, womit sich auch die Frage nach der Einbeziehung der
Forderungsrechte unter §823* BGB. sofort erledigen soll (!!). Dann
S. 45: „Der Schuldbegriff ist irrelevant für das Privatrecht". An-
dererseits soll Falschmünzerei nicht nach §823^ ersatzpflichtig machen,
S. 64. Gegen einen Einwilligenden kann kein Unrecht bestehen, S. 82.
„Private Eingriffe können grundsätzlich nicht verboten sein", viel-
mehr heischt nur die begangene Tat Berücksichtigung, S. 123. Dem
Strafrecht ist der Erfolg „völlig gleichgültig", S. 132. Dagegen im
Schadensersatzrecht, der „Läsionenlehre", wie Verfasser sagt, muß eine
Kausalhaftung herrschen; das „Eindringen des Schuldmvmentes hat
hier vergiftend gewirkt", S. 107; auf Schuld, ja selbst auf Hand-
lungsfähigkeit des Täters kann nichts ankommen, S. 134. Lapienti sat!

M. Stengleins Kommentar zu den strafrechtlichen Ne-
bengesetzen des Deutschen Reichs. Bierte Auflage,
völlig neu bearbeitet in Gemeinschaft mit Geh. Oberregierungs-
rat Dr. A. Hoffmann. Geh. Regierungsrat Dr. E. Trautvetter,
Regierungsrat Dr W. Cuno von Reichsgerichtsrat L. Eber-
mayer. Reichsgerichtsrat a. D. Fr. Galli. Senatspräsident

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