Full text: Archiv für bürgerliches Recht (Bd. 36 (1911))

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Ritter.

fördenmg nach dem Bestimmungshafen, was im Fall einer
großen Haverei zur Folge hat, da derselbe Wert nur einmal bei-
tragspflichtig ist, daß für Berechnung des Beitrags der Wert der
beitragspflichtigen Fracht vom Werte der Ladung abgezogen
wird. Insofern unterscheidet sich auch die in der Gesamtfracht
enthaltene Vorfracht von anderweitigen Nachnahmen auf die
Ware, Bodmereigeldern u. dgl., die die Ware belasten, ohne daß
deren Sachwert erhöht zu werden braucht. Jenes Verhältnis zur
Ladung und zum Empfänger ist charakteristisch für die Fracht
und führt dahin, daß im Sinne des Handelsgesetzbuchs während
der einheitlichen Gesamtfrachtreife auf Durchkonnossement genau
wie die ganze Fracht einer einfachen Reise, so auch die ganze
Gesamtfracht der ganzen Durchkonnossementsreise, ohne Unter-
scheidung der einzelnen Reiseabschnitte, auf demselben oder auf
verschiedenen Schiffen, immer beitragspflichtig ist, wenn auf dem
letzten Reiseabschnitt große Haverei eintritt. — Das Handels-
gesetzbuch stellt verschiedene Begriffe einer „Reise" auf: z. B.
KZ 827, 829, 767, 679. Diese verschiedenen „Reisen" haben be-
grifflich verschiedenen Anfang und Ende. Eine Reise im einen
Sinn kann mehrere Reisen im anderen Sinn umfassen: so die
Bodmereireise mehrere Reisen im Sinn des Schiffsgläubiger-
rechts: § 767. Dem Handelsgesetzbuch ist daher die Auffassung
nicht fremd, daß eine Gesamtfrachtreise mit verschiedenen Schiffen
auf Durchkonnossement die einzelnen Reiseabschnitte, die ja mit
einem verschiedenen Schiff ausgeführt werden, umfaßt und dabei
eine einheitliche Frachtreise bleibt, wenn sie als solche durch das
Durchkonnossement charakterisiert wird, insbesondere durch die
Bestimmung, daß die ganze ungeteilte Gesamtfracht im letzten
Bestimmungshafen gegen Auslieferung der Güter vom Emp-
fänger an das letzte Schiff zu entrichten ist. So teilt die Gesamt-
fracht für die Gesamtfrachtreise auch auf dem letzten Abschnitt der
Gesamtreise, genau so wie die Fracht der Einzelreise, das Risiko
der Seefahrt mit der Ladung und dem betreffenden Schiff, so daß
es wenigstens an einem materiellrechtlichen Grunde fehlt, nicht
wie bei der Einzelfracht auch bei der Gesamtfracht anzunehmen,
daß sie sich gegebenenfalls in der Havereigemeinschaft des § 700
mit Schiff und Ladung befinde und daß sie ebenso wie die Einzel-

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