Full text: Archiv für bürgerliches Recht (Bd. 5 (1891))

13. Zur Frage der Vergütung nichtökonomischen Schadens aus Delikten : Zugleich ein Beitrag zur Kritik des Entwurfs eines Bürgerlichen Gesetzbuchs für das Deutsche Reich

10.

Zur Frage der Vergütung nichtökonumischrn Schadens
aus Delikten.*)
Zugleich ein Beitrag zur Gritik des Entwurfs eines bürger-
lichen Gesetzbuchs für das Deutsche Reich.
Von Dr. Seng, Amtsrichter a. D. und Privatdozent in Heidelberg.

Die deutsche Gesetzgebung, Wissenschaft und Praxis hat sich
während langer Zeit gegenüber dem Gedanken, die deliktische Ver-
letzung anderer als wirthschaftlicher Güter auf privatrechtlichem Wege
wieder gut zu machen, überwiegend ablehnend verhalten; in den
letzten beiden Jahrzehnten gewinnt indessen eine entgegengesetzte
Strömung mehr und mehr an Kraft, ihre Lebhaftigkeit ist verstärkt
worden durch die Aussicht auf die endliche einheitliche Regelung des
Privatrechts für das Gebiet des Deutschen Reichs, und von gewich-
tigen Stimmen ist die Forderung vertreten worden, dem Beispiele
anderer Völker mit hochentwickeltem Rechtsleben zu folgen und mit
der bisherigen Tradition zu brechen. Bei der gegenwärtigen prak-
tischen Wichtigkeit der Frage verlohnt es sich wohl, die Art und
Weise ihrer Beantwortung in den bedeutenderen Rechtsgebieten des
In- und Auslandes und die Berechtigung jener Forderung einmal
einer eingehenderen Prüfung zu unterziehen.

*) Den ersten Anstoß zu diesem Aufsatze Hai die in Anm. 28 angeführte Ent-
scheidung des Reichsgerichts gegeben, deren Verhältniß zum Code civil den Gegen-
stand der Habilitationsvorlesung des Verfassers bildete.

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