Full text: Archiv für bürgerliches Recht (Bd. 38 (1913))

14. Bauwerk und Bauwerkvertrag

11.

Bauwerk und Bauwerkvertrag.
Von Professor Dr. Paul Oertmann in Erlangen.

I.
1. Die nachfolgenden Zeilen wollen die Frage beantworten,
was unter einem „Bauwerk" im Sinne des geltenden Privat-
rechtes zu verstehen sei. Daraus ergibt sich Bedeutung und Begrenz-
ung des Themas. Es kann sich nicht darum handeln, was die
Technik unter Bauwerk versteht: nicht nur weichen die Ansichten
der Tchniker darüber, wie die Auseinandersetzung zwischen Bern-
hard und Dieteriche) ergibt, ihrerseits von einander stark ab,
sondern auch wenn sie das nicht täten, wäre das zwar viel-
leicht ein Grund dafür, die Gesetzgebung dem anzupassen,
aber nicht auch dafür, die nun einmal geltenden gesetzlichen
Bestimmungen inzwischen als unmaßgeblich beiseite zu schieben.
Jeder Versuch, „eine technische Begriffserklärung des Bauwerks
an die Stelle der juristischen zu setzen" (Bernhard), ist insofern
von vornherein verfehlt, als er sich gegen die Maßgeblichkeit
des Gesetzes für die Frage richtet; ist aber auch dem Techniker
der Wortlaut des Gesetzes „nicht gleichgültig", so kann sein
Widerspruch sich nicht gegen die, sondern nur gegen eine be-
stimmte, etwa gegen die vom Reichsgericht aufgestellte „ju-
ristische Begriffserklärung" richten, kann nur versuchen, sie
durch eine andere im Rahmen des Gesetzes bleibende, also gleich-
falls juristische Auslegung zu ersetzen.
Ebensowenig kann für uns der Standpunkt der Baupolizei-
ordnung (s. dazu Bernhard I, S. 400) oder der eines aus-
i) fl. Bernhard in „Technik und Wirtschaft- 1911, Heft 6, S. 398ff.
(zitiert: Bernhard I), Dieterich daselbst 1912, Heft 1, S. 37ff., dann wieder
Bernhard daselbst S. 42ff. (zitiert: Bernhard II). Aehnlich, nur gekürzt
Bernhard in „Deutsche Juristenzeitung" 1911 (Bd. XVI) Lp. 795ff.

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