Full text: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte / Germanistische Abteilung (Bd. 13 (1892))

8.4. Eine Notiz über die Acht

Miscellen.

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als ab si gröge meister sin.
Di vundin manic vundeltn,
dag nicht ein h&r gewesin mac.
Dag ist ein suntltcher bejac,
swer sich mit Kunst alsö begät,
dag her von eim zum andern gät
mit valscher rede hinderwert.
Schröder.

[Eine Notiz über die Acht,] im Generallandesarchiv zu Karlsruhe,
Copialb. 535, Mitte 15. Jahrhunderts.
Item dreyerley Achten sint: mit tagen, mit urteil und ein aber*
acht. Usser der acht mit tagen mag sich einer uff recht absolvirn
lassen, also das er dem cleger ümb die sach darumb er ine zu acht
gethon hatt eins unverzogen rechten sin söll, und hebelt er im dann
mit recht an oder erschint nit gehorsam, so wurt er ein aberechter.
Item ein acht dar in einer mit urteil kompt ist also: wann der
cleger dem antworter mit urteil anbehalt, wo er ine dann nach lut
solicher urteil nit entricht wurt mit der acht widder ine procedirt, von
solicher acht mag er nit absolvirt werden, dan mit verwilligung des
clegers, dessglichen von der aberacht auch.
Item welicher ein achter wurt, da ist dem cleger und meng-
lichem erleibt sin lib und gut, und ist die clag umb pinlich sach, wo
einer den selben zu recht anfeit, hat er macht nach sinem leben zu
clagen, das zu im gericht werd mit dem swert nach des heiligen
richs recht. Ist aber der ansprach umb siecht sach, als ömb schuld
oder der glich, hat der cleger zu clagen nach sinem lib oder gut und
nit nach den beiden, der lip wurt dem cleger heymgesprocben, den
mag er gefenglich halten, aber nit töten, sunder sin menschlich und
liplich narung ist er im zu geben verbunden. Glagt er nach sinem
gut, das er dann by im gefunden hat, wirt im on mittel heymgesprocben.
Item hat aber ein Achter gütter, es syen dorffer, zinsse, g&lt, lütt
oder der glich, damit im ander lütt zu thund verwant sint, das bat
der cleger nit macht uff die acht an Zugriffen, er hab dann sölich gütter
erfolgt und erlangt wie recht ist, und wann er solich gütter erfolgt hat,
ist das ein dorff oder eigen lütt, so erinnert er sie solicher erfolgten
und erlangten recht mit fordernng ime gehörig und gewertig zu sin
mit allem dem, so sie dem achter zu thund gewesen sind. Wellen sie
sich des sperren, den wurt verkünt und mit urteil erkent, das sie im
gehörig und gewertig sin söllent, oder sie werden auch Achter, dann so
sind sie im erleupt und vor nit. Aloys Schulte.

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