Full text: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte / Germanistische Abteilung (Bd. 13 (1892))

8.2. Span und Rasen

8.3. Zu der praefatio rhythmica des Sachsenspiegels

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Miscellen.

institut daselbst aus dem fränkischen Recht herzuleiten ist1), denn ge*
rade jene Ortschaften verdanken fränkischer Ansiedlung ihren Ursprung.
Henel von Hennenfeld wiederholt später seine Mittheilung in
einem als Anhang zu seiner Schrift; de iure dotalitii im Jahre 1660
gedruckten Aufsatze: de communione bonorum inter coniuges in multis
Silesiae locis recepta 8. 490 flg. Seine Ansicht ist darum so beachtens-
wert^ weil er vom Jahre 1618 an das Amt eines Syndicus provincialis
des Münsterberg-Frankensteinschen Gebietes bekleidete und somit über
die rechtlichen Verhältnisse dieses Landes genau unterrichtet sein musste.
Auch an der letzteren Stelle betont er, dass bei den Städtern nicht
bloss, sondern auch bei den Bauern dieses Gütergemeibschaftssystem in
Gebrauch war. Es entspricht diese Rechtsübung den Grundsätzen des
Wenzeslaischen, noch mehr aber denen des Gasparischen Kirchenrechts.
Sie galt nach amtlichen Berichten noch im 18. Jahrhundert, und wurde
erst durch das preussische Gesetz vorn 11. Juli 1845 aufgehoben.
Breslau. Georg Frommhold.

[Span und Rasen.] In den Acten des königlich sächsischen
Hauptstaatsarchivs Locat 9788, II zwischen Blatt 129 und 130 liegt ein
Holzspan und ein Stück Rasen, ersterer aus der Stubenthür, letzterer
aus dem Garten des Christian Gottlieb Müller in Oberwiesenthal (Sachsen)
von einer Hilfsvollstreckung wegen rückständiger Untersuchungskosten,
vom 17. März 1819. Das so späte Vorkommen dieser Rechtssymbole
ist beachtenswert!!. Th. Distel.

[Za der praefatio rhythmica des Sachsenspiegels.] Die Marien-
legende des Heinrich Clügenöre, wahrscheinlich zu Görlitz Ende des
13. Jahrhunderts entstanden, herausgegeben von Bartsch in der Bibliothek
des Stuttgarter litterarischen Vereins LII. 8.1—39, hat eine Einleitung
(v. 1—19), die ausserordentlich an die gereimte Vorrede des Sachsen-
spiegels anklingt:
In Gotes namen hebe ich an,
der alle dinc zu rechte kan
wol vügen unde kören:
der müge mich noch lören
und geben sulche sinne,
dag. ich die kunst gewinne,
dag ich volbrenge dese wort,
swä si werdin noch gehört,
sw! ich nicht ein meister sl,
dag ich doch sträfens werde vr!
von den meisterchlnen,
_ di mit den Worten schlnen,

*) Vgl. Gaupp a. a. O. 8. 59 flg., dagegen Schröder a. a. O. 8.97.

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