Full text: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte / Germanistische Abteilung (Bd. 1 (1880))

5. Kleine Mittheilungen aus Handschriften

Kleine Mittheilungen aus Handschriften.
Von
Herrn Professor Behrend in Greifswald.
I.
Zur Geschichte des zinsbaren Darlehns.
In zwei Handschriften der hiesigen Universitätsbibliothek,
Pommersche Landtagsabschiede und Landtagsacten enthaltend,
MS. Power. Fol. 66 Bl. 131 und MS. Power. Fol. 68 Bl. 288
findet sich unter der Ueberschrift: „ Landtags Acten in alten
Stettin anno 1601 12. Octobr.“ wörtlich übereinstimmend
folgende Notiz:
5.
(dazu in der zweiten Hds. am Rand: stipulationes usurae.)
„Dieser Punct soll mit den Wollgastischen Orthe communi-
ciret werden.
Dann wan der jüngst Deputation Reichs Abscheid solte
in diesen Landen attendiret werden, darinnen hinführo keine
stipulationes usurarum sondern die usurae a tempore morae
5 pro Cento nur zugelassen, daraus viele Inconvenientia er-
folgen, derowegen die Landt Stände nochmahlen dabey be-
harren, dass [Hds. fügt hinzu: es] in richtige Schuldt Ver-
schreibungen 6 pro Cento statt der Interesse stipuliret und
verschrieben, auch erkandt worden.
Und haben die von der Ritterschafft angenommen: wer
richtige Brieffe und Siegeil nicht halten würde, dass sie den
in keiner ehrlichen Gesellschafft nicht leyden wollten.
Den 16. Octobr. a. 1601 als man auf den Punct stipu-
lationis usurarum kommen, haben die vom Adell alle die Finger
aufgehoben und sancte promittiret, dass sie denselben, so von
richtige Schuldt appelli ret, für einen Unman, Schelm und
Böse wicht halten und mit ihme (ergänze: nicht) fressen
oder sauffen wolten. Soviel aber die anlanget, so allbereit
appelliret und die Zinsen aberkannt worden, so soll nichts
desto minder bei Ihro Fürstliche Gnaden Anordnung stehen,
die Execution auf die Zinsen verrichten zu lassen."

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