Full text: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte / Germanistische Abteilung (Bd. 2 (1881))

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dem Tamino oder seinem Bruder Dietrich zuzuschreiben sind
(Homeyer, Sachsenspiegel, 3. Ausg. 8. 75*).
Aus der Glosse des Petrus de Posena (älteste datirte
Handschrift von 1439) werden deren Zuthaten, in denen sie über
die Mehrungen der Vulgata noch hinausgeht, und die Glossirung
der Schlussartikel in der Variantensammlung mitzutheilen sein.
Für die Behandlung der compilirenden Glosse des Brand
von Tzerstedt aus dem Jahre 1442 (in zwei Handschriften) fehlt
es uns an einem abschliessenden Urtheil, da wir über ihre Be-
schaffenheit am wenigsten unterrichtet sind. Jedenfalls aber wird
diese Glosse mindestens so weit zu berücksichtigen sein, als sie
ausgesprochener Massen solche Stücke glossirt, welche bisher
der Glossirung entbehrten, wie die Vorrede von der Herren
Geburt.
Als Anhang wäre der Ausgabe beizugeben die Altmärkische
gemischte Lateinische und Niedersächsische, von der Buchschen
,meist unabhängige1 Glosse, welche nach einer Breslauer Hand-
schrift in der Augsburger Ausgabe von 1516 gedruckt ist. Damit
könnte die lateinische Glosse derselben Handschrift, die auch
in die Drucke seit 1516 geflossen ist und auszugsweise in einer
Berliner Handschrift steht, verbunden werden.
Dagegen würde die lateinische Hebersetzung der
deutschen Glosse in den polnischen Ausgaben des lateinischen
Sachsenspiegels der deutschen Glosse, etwa in synoptischer Weise
unter dem Text, beizufügen sein.

Erheblich einfacher gestaltet sich die Arbeit für die Lehn-
rechts-Glosse. Gegenüber der Mannigfaltigkeit der Landrechts-
Glosse erscheint die (Obersächsische) Lehnrechts-Glosse nur in
drei verschiedenen Recensionen: einer kürzeren ursprünglichen
Form, welche in dem Augsburger Druck von 1516 in das Nieder-
sächsische übertragen ist, einer erweiternden, in den Handschriften
und Drucken stärker verbreiteten Recension und der Bearbeitung
des Nicolaus Wurm (in einer einzigen Handschrift).
Bei der Herausgabe dieser drei Recensionen wird der Plan
zu befolgen sein, welchen Homeyer in einer Probe (Sachsenspiegel
11. 1. 8. 343—355) bereits vor Augen gelegt hat. Danach wird
die kurze Glosse dem Text zu Grunde zu legen, die Zusätze der
langen Glosse werden ähnlich, wie die der Vulgata der Land-
rechts-Glosse, mit Gursiv dem Texte einzurücken, die Vermehrungen
des Nie. Wurm in die Varianten zu verweisen sein. Als Anhang
und in gleicher Weise, wie beim Landrecht, wird die Altmär-
kische gemischte Glosse der Breslauer Handschrift und des
Augsburger Drucks von 1516 zu behandeln sein.

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