Full text: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte / Germanistische Abteilung (Bd. 15 (1894))

4. Zur Geschichte des sg. Magdeburger Lehnrechts

Die niederdeutschen Verkehrseinrichtungen etc. 53
Wir stehen hier am Ende dieser Reihe von Unter-
suchungen, Vermuthungen und Auseinandersetzungen. Die
gewonnenen Resultate sind weder so vollständig, noch nament-
lich so sicher, wie wir wünschen möchten.
Aber gewisse Hauptzüge und Thatsachen scheinen uns
doch gewonnen, der Charakter sowie der Gegensatz einer Reihe
von Instituten, die für die norddeutsche Handelsgeschichte und
damit für die Geschichte des deutschen Bürgerthums wichtig
sind.
Die zweite Hälfte der Regierung Heinrichs IV., so arm,
wie wir oben sagten, an Marktgründungen, ist erfüllt von
grossen tiefgehenden Bewegungen, die allen Richtungen des
nationalen Lebens ein neues Tempo, zum Theil auch neue
Ziele gab.
Wir treten an den zweiten Theil unsrer Aufgabe heran
und versuchen, einmal die treibenden Kräfte und den Zusammen-
hang dieser Bewegungen nachzuweisen, dann aber festzustellen,
wie sie eben jene oft erwähnten Institute, das Recht des Markts,
des Kaufmanns, der Gilde und der Hanse beeinflussen oder
neue Bildungen diesen alten hinzufügen mussten.

II.
Zur Geschichte des sg. magdeburger Lehnrechts.
Von
Herrn Professor Dr. iur. Wilhelm von Brünneok
in Halle a/8.
Die Kulmer Handfeste vom 28. December 1233 machte
in den Städten Kulm und Thorn das magdeburgische Recht
zur Grundlage der Rechtspflege1). Mit der weiteren Verbreitung
des kulmischen Rechts erlangte zugleich das magdeburger Recht
*) Aeltestes Privilegium Art. 4 „Statuimus autem in eisdem civi-
tatibus iura Magdeburgensia in omnibus sententiis imperpetuum servari"
(Preuss. Urkundenbuch I Nr. 105).

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