Full text: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte / Germanistische Abteilung (Bd. 15 (1894))

7.5. Dr. jur. Felix Makower, Die Verfassung der Kirche von England

7.6. Heinrich Brunner, Forschungen zur Geschichte des deutschen und französischen Rechts

Litteratur.

183

Felix Mako wer, Dr. iur., Die Verfassung der Kirche von
England. Berlin, J. Guttentag, Verlagsbuchhandlung, 1894.
88. 560 gr. 8.

Das Werk giebt eine Darstellung der heutigen Verfassung der
Kirche von England und füllt damit eine Lücke der deutschen und
englischen Litteratur aus, welche bisher keine derartige systematische
Bearbeitung des Gegenstandes aufzuweisen hatte. Für die Rechts-
geschichte ist das Werk insofern beachtenswert!,, als in demselben auch
die historische Entwickelung der kirchlichen Verfassung und der kirch-
lichen Institute von der angelsächsischen Zeit an eingehend behandelt
wird. Allerdings würden diese Theile der Arbeit noch mehr gewonnen
haben, wenn der Verfasser, welcher für die mit in Betracht zu ziehende
allgemeine kirchenrechtliche Entwickelung des mittelalterlichen Kirchen-
rechts mit geringen Ausnahmen bloss das Lehrbuch von Richter-
Dove-Kahl herangezogen hat, sich eingehender mit der auch zumTheil
das mittelalterliche England berücksichtigenden, sonstigen deutschen
Kirchenrechtslitteratur beschäftigt und sich grössere Vertrautheit mit der
Geschichte des mittelalterlichen Kirchenrechts überhaupt erworben hätte.
Immerhin aber ist das Werk, bei dessen Bearbeitung der Verfasser die
Quellen in grosser Vollständigkeit und die englische Litteratur in aus-
gedehntem Umfang herangezogen hat, trotzdem dass es eine Erstlings-
schrift ist, als eine durchaus tüchtige und vielversprechende Leistung
zu bezeichnen, welche ernstes und gediegenes wissenschaftliches Streben

erkennen lässt.

Paul Hinschius.

Forschungen zur Geschichte des deutschen und französischen
Hechtes, gesammelte Aufsätze von Heinrich Brunner 1894.
Unter diesem Titel habe ich eine Sammlung rechtsgeschichtlicher
Abhandlungen veröffentlicht, von welchen die meisten im Laufe der
letzten dreissig Jahre in verschiedenen Zeitschriften und Sitzungsberichten
erschienen waren. Sie betreffen die Geschichte des Lehnwesens
(1. Landschenkungen der Merowinger und der Agilolfinger, 2. Der Reiter-
dienst und die Anfänge des Lehnwesens, 3. Zur Geschichte des Gefolgs-
wesens), die Geschichte des Processrechts (4. Zeugen- u. Inquisitions-
beweis, 5. Herkunft der Schöffen, 6. Wort und Form im altfranzösischen
Process, 7. Die Zulässigkeit der Anwaltschaft im französischen, nor-
mannischen und englischen Rechte des Mittelalters), die Geschichte des
Strafrechts (8. Abspaltungen der Friedlosigkeit, 9. Duodecimal- u.
Decimalsystem in den Busszahlen der fränkischen Volksrechte, 10. Ueber
absichtslose Missethat im altdeutschen Strafrechte), endlich die Geschichte
des Privatrechts (11. Die fränkisch-romanische Urkunde als Werth-
papier, 12. Zur Geschichte des Inhaberpapiers in Deutschland, 13. Die
Erbpacht der Formelsammlungen von Angers und Tours und die spät-
römische Verpachtung der Gemeindegüter, 14. Ueber den germanischen

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