Full text: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte / Germanistische Abteilung (Bd. 15 (1894))

7.3. Dr. Joh. Friedr. v. Schulte, Lehrbuch der deutschen Reichs- und Rechtsgeschichte

7.4. Ciccaglione, F. II diritto successorio nella storia del diritto italiano

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Litterator.

Dr. Job. Friedrich v. Schulte, Professor in Bonn, Lehrbuch
der deutschen Reichs- und Rechtsgeschichte, sechste um-
gearbeitete Auflage. Stuttgart, W. Nitzschke. 1893.
XVI und 624 8. gr. 8.
Einem Buche wie dem vorliegenden gegenüber, das zum sechsten
Male seine Wanderung antritt und bereits einen festen, doch stets sich
erneuernden Leserkreis besitzt, ist die Aufgabe des Recönsenten eine
sehr bescheidene. Plan und Grundideen bat er nicht mehr zu prüfen,
nur darauf hat sich sein Augenmerk zu richten, ob die Fortschritte,
welche die Wissenschaft seit der letzten Auflage gemacht hat, gebührende
Berücksichtigung gefunden haben. Bei v. Schultes Lehrbuch ist das im
Allgemeinen der Fall. Eine ganze Reihe von Paragraphen und mancher
kleinere Abschnitt erfuhren eine Neubearbeitung und haben die Ergeb-
nisse der neuesten Forschungen, wenn auch, wie z. B. in der Lehre von
den Schüffenbarfreien, nur zum Theil und mit berechtigter Kritik, in
sich aufgenommen. Bisweilen möchte man freilich wünschen, es wäre
in dieser Hinsicht noch etwas mehr geschehen. So hätte u. a. bei der
Geschichte des ehelichen Güterrechts die von Huber und Heusler be-
gründete, von Gierke angenommene und gegenwärtig vielleicht sogar
herrschende Ansicht von der ursprünglichen Eigenthumseinheit in der
Hand des Mannes wenigstens eine kurze Erwähnung verdient. Auch
die Litteraturangaben weisen mitunter Lücken auf; bei den Quellen und
Hülfsmitteln vermisse ich z. B. die für den Studenten schon wegen des
Abdrucks der goldenen Bulle fast unentbehrlichen Urkunden zur deutschen
Verfassungsgeschichte von Altmann und Bernheim. Recht störend sind
endlich die zahlreichen Druckfehler. Doch kommen diese Mängel gegen-
über den Vorzügen des Buches, namentlich der gleichmässigen Behand-
lung des Stoffes, nicht wesentlich in Betracht.
Basel, im October 1893. Ulrich Stutz.

Federico Ciccaglione, professore dell’ Universita di Napoli,
II diritto successorio nella storia del diritto italiano,
estratto dal Digesto italiano, pubblicato dall’ Unione tipo-
grafico-editrice Torinese 1891. 118 p. 4°.
Je weiter die Specialforschung in die Tochterrechte des deutschen
Rechtes eindringt, je reicher das Material wird, mit dem sie arbeitet,
ynd je mehr die Litteratur anschwillt, die sie erzeugt, um so lebhafter
macht sich bei allen denen, die für ihre allgemeineren Studien diese
Rechte heranzuziehen genöthigt sind, aber ihnen doch nicht ihre ganze
Kraft widmen können, das Bedürfniss nach zusammenfassenden Be-
arbeitungen geltend, mit deren Hülfe man sich auf dem betreffenden
Sondergebiete jederzeit rasch zurechtzufinden vermag. Einen solchen
orientirenden Abriss giebt für das italienische Erbrecht des Mittelalters

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