Full text: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte / Germanistische Abteilung (Bd. 15 (1894))

Miscellen.

ISS

Item und an dem tag so hat hie ein apt oder wem er das be-
philhet gewalt und recht zu sitzen zu offem gericht. Und wer hie von
dem markt den andern zu clagen hat, dem soll er richten recht umb
widerecht on geverde, wer des begert. Und auf den tag so hat chein
herschaft nach chein ir amptman mit dem gericht und feilen und mit
dem gedinge und mit allen andern ehaften und Sachen gar nichts zu
schaffen nach darein zu thun nach zu reden, weder dem gotzhaus nach
den purgern nach der gemein in chein weis. Und wer dem andern
also da vor gericht mit recht ist schuldig, der soll im das unvertzogen-
lich on all scheden richten und betzalen hie zwischen und man des
nächsten morgens hynne zu closter preym ‘) leut. Und thet er des nit
und wirt dann des gotzhaus Zöllner darnach von dem ancleger darumb
ermant von gerichtz wegen, so hat der Zöllner auf allen hofsteten und
in allen andern steten in dem markt und ettem *) darumb zu pfenden
on all frevel. Und der selb, den man also gepfändet hat, der ist auch
einem apt darzu wetthaft worden.
Item daz gotzhaus hat auch die recht: als oft ein neuer apt') hie
erwelt und bestetigt und eingesetzt wirdet, wann er dann die zwelf ge-
sworen burger hie von dem markt ermant und für sich vordert, so
sollen sie ungevorlich on alles Widerreden unvertzogenlich für in körnen
und im all offenlich gelert ayd mit aufgepoten fingern sweren, im und
seinem gotzhaus und der herschaft hie recht zu halten und iren frumen
zu ffidern und iren schaden ze wenden trewlich on alles geverde. Und
als oft der geswornen burger einer ab get, so haben die bestanden ge-
sworen gewalt und recht, ander auf eyd und nach iren trewen wider
zu in ze welen und ze nemen ongeverlich, als oft daz zu schulden
kumpt, einem apt und herschaft hie auch offenlich sweren in den rech-
ten, als vor geschriben stet, an gevärde.
Item daz gotzhaus hie hat auch die wirdikeit und recht, daz es
voi* anfang und alter von bapsten, von keysern und kungen gefreyet
ist: also wer mit seinem leyb oder gut her in des gotzhaus tor und
ettem fleucht und kumpt, daz dez selben leyb und gut sicher und frey
soll sein vor allermeniclich, also daz in chein herschaft, gewalt nach
gericht herin nit frevenlich sol nachvolgen noch beschedigen in kein
weis. Und wer daz also frevenlich uberfur, der wurde das gar schwer-
lich pessern. Doch ausgenomen ob yemand mit seinem gut von schuld
wegen also herein flube oder körne und das selbe yemand gesessen in
dem markt kuntlich wyssenlich schuld schuldig were, dez selben gut sol
darumb vor dem selben andager nit sycher noch frey sein in chein
weis. Wann ob der selb in dem markt, dem einer also schuldig were,
des nit vertragen mocht und sein schuld von dem selben seinem schul-
diger haben wolt, so soll der selb andager das selb geflohent gut fireunt-
lich und bescheidenlich vordem hie an einen apt oder an seinen gewalt,
ob ein apt nit gegenwärtig mocht sein. Und wenn er daz also gevordert
4) prime, 6 Uhr Morgens. — *) Ortsmark. — •) oder beambter
(spätere Hand).

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