Full text: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte / Germanistische Abteilung (Bd. 15 (1894))

6. Miscellen

6.1. Ehaften des Klosters Heidenheim

Miscellen

[Ehaften des Klosters Heidenheim.] Die nachstehende Aufzeich-
nung ist einem der Kgl. Hof- und Staatsbibliothek zu München gehörigen
Salbuch des ehemaligen Benedictinerklosters Heidenheim am Hahnen-
kaihm (bayerischer Kreis Mittelfranken) vom Jahre 1400 (Cod. germ.
perg. nr. 1524) entnommen. Die Gründung dieses Klosters reicht bis in
die Mitte des achten Jahrhunderts zurück; seine Aufhebung erfolgte im
Jahre 1538 durch Markgraf Georg den Frommen von Brandenburg-
Ansbach.
Die einleitenden Worte des Salbuches bezeichnen das Jahr 1400 als
den Zeitpunkt der Niederschreibung, doch gehört speciell die Ehaft-
Ordnung unzweifelhaft einer weit älteren Periode an.

Das sein dye recht, eehaft und freyhait,
dye daz closter und gotzhaws hye zu Heydenheym hat.
Zu dem ersten hat das gotzhaus zu Heidenheim die recht und
eehaft, daz ein apt hie zu Heidenheim alle jar jerlich zu einem mal in
dem jar, wann er will, wol haben mag und soll in seinem gotzhaus
ein gemeine ofifens gericht, eehaft und geding. Und auf welchen tag
er das haben will, dazselb soll des gotzhaus Zöllner des nechsten tags
vor hie in dem markt zw Haidenheim allerraeniclich zu haws und zu
hof oder unter äugen offenlich verkünden und offenwarn. Und wer daz
fürbaz darüber versäumet und nit darzw kome und gentzlich dabei
belibe, als dann recht und herkomen ist, der ist daz schuldig zw wandeln
und zu bessern einem apte, alz dann die gesworn burger hie darumb
erkennen und sprechen. Und an dem tag, so man daz gericht, ehaft
und gedinge an hat gevangen, sollen zu morgest zu tagzeit hie die ge-
sworen zwelf burger und wer auch hie gesessene in dem markt in der
selben jars trist geschenkt bat mit einem apt essen ob seinem tisch.
Und waz dann ein gesessner yeglicher in der selben jarssfrist geschenkt
bat des selben geleichen soll er zwo moss mit im pringen über eins
abtz tisch. Und welher das nit tät, so haben die purger und die
andern gewalt und recht, dez gotzhaus Zöllner darumb zu manen und
su sprechen und zu pfenden. Und der selb Zöllner hat dann fürpaz
gewalt und recht, auf allen hofsteten und an andern steten den selben
darumb su pfenden, der des dann sewmig wer gewesen und hinderstellig.

Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer