Full text: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte / Germanistische Abteilung (Bd. 15 (1894))

5. Dr. Claudius Cantiunculas Gutachten über das Nürnberger Stadtrecht

III.

Dr. Claudius Cantiunculas Gutachten
Uber das Nürnberger Stadtrecht.
Von
Herrn Professor Dr. F. P. Bremer
in Strassburg i.E.
Von den Reformationen deutscher Stadtrechte sind für die
Reception des römischen Rechts in Deutschland die Nürnberger
und die Wormser von hervorragender Bedeutung. Beide stehen
auch unter einander in einem näheren Zusammenhang, der
noch der genaueren Darlegung harrt. Im Allgemeinen hat
schon Stobbe (Rechtsquellen II, 332) hervorgehoben, dass nicht
die Wormser Reformation eine Quelle der Nürnberger, sondern
vielmehr die Nürnberger Reformation von 1479—1484 eine
Quelle der Wormser von 1498 ist. Während nun diese Wormser
Reformation die erste und letzte blieb und der Rath der Stadt
nur einzelne Novellen hinzufügte, hat die Nürnberger Refor-
mation mehrmals eine Revision erfahren. So war schon für
die von der Stadt selbst besorgte Ausgabe von 1503 abermals
der „Rath etlicher hochgelehrten Doctoren“ in Anspruch ge-
nommen und dieselbe mit einer Anzahl von Zusätzen und
Erläuterungen vermehrt worden. Und die dann 1514 wieder
in Aussicht genommene Revision, deren Resultat die Ausgabe
von 1522 war, erhielt nochmals zwei Zusätze, während drei
frühere Bestimmungen gestrichen wurden1).
Die allgemeine Gestalt des Werks blieb dabei stets unver-
ändert. Wie die erste Reformation, so besteht auch die von
1522 aus einer massigen und zwar der gleichen Anzahl von
(35) Titeln, die, in Gesetze zerlegt, einfach an einander
gereiht sind, aber sachlich eine übersichtliche und gut ge-
gliederte Ordnung darstellen. Dem Inhalte nach zerfallen sie in

*) Vgl. die Nachweisungen bei Stobbe a. a. 0. S. 300f.

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