Volltext : Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte / Germanistische Abteilung (Bd. 12 (1891))

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Miscellen.

seines Schwagers erweren mocht, vnd fant jme radt, er seit sich gütlich
mit jme vertragen, wer jm am nuczigsten, darüber seind sie auch
gütlich vertragen, das Jorg seinem schwagere etliche hundert gulten
geben must. Czum andern, dweil man die Fuldischen leben vnd die
Bruneckschen leben einer natur vnnd gewonheit jrs prauchs vnd her-
komen, vnd alle die jrm hem nymermehr heimsfallen mögen, geacht,
so gebe ich ein ander byspill also: Es ist ettwan vor XXVIII jarn
vngeverlieh ein Wammelt gestorben, der hat ein Brauneckisch leben von
graue Ludwigen von Ysenpurg getragen, das leben wardt Philips
Wammelt vnd seine bruder erben, aber einer von Prunheim czu Umh-
stat, des na me mir entphallen, der legt sich als einer, der dem ver-
storben Wammelt von geplüt neher den Philips Wammelt' vnd seine
brQder darwider vnd kamen der Sachen halb für ein mangericht; do
wardt erkanth: dweil der von Prunheim dem verstorben Wammelt von
geplüt neher dan Philips vnd seine brüder gewest, solt er czu solichen
Bruneckschen leben czugelassen werden; aber Philips Wammelt appelliert
des vrteils vor Marggraue Frideriehen von Prandenburg, es ward aber
die czeit dahin geacht, das soliche appellation merh des erlitten costens
halb, der vff die Sachen erster instancz gangen, (welicher vast gross
war), dan ein ander vrteil czu erlangen, doch wardt die sache jn
hangender Appellation vertragen mit gütliche!!, auch vff ein czeit hett
sich eins Bruneckschen leben halben ein czanck czwischen Bechtolden
von Bobenhusen, Meerwollf genanth vnd Ludwigen Vilwell begeben, seint
auch vor Mangericht czur rechtvertiguhg kommen, hat Ludwig von Vil-
well als der dem verstorben vom geplüt am nächsten verwandt, das
vrteil auch erhalten vnd czur erbschafft körnen, derhalb ich achte,
das in Fuldischen vnd Bruneckschen leben der nechst gesipt, es sey
man oder frawe, die leben erbe, vnd sey vnder man vnd frauen kein
vnderscheid. Item vff den eiifften Articul, anhebend: wer vnd weliche
geschlecht etc., der czwolffl Item mehr zu fragen etc. weisz ich von
keinen aussgerichten vertragen, nach den die weiber auff Fuldische
leben sich vercziehen haben etc., halt dar vor, das solich verczick jn der
gemeine gescheen, wen die tochter hingeben vnd verändert werden,
dan verczychen sie vff erb vnd leben etc., ob aber soliche verzicke
mehr ländlich dan recht seyen, lasz ieczo pleyben. Item ich hall,
ewere vettern vnd ire haben vertrage, das kein dochter czu Ruckingen,
wiewoll es Brunecksch leben ist, zugelassen sollt werden; hiemit will
ich den dreyezehenden articul auch gemeint haben.
Zum vierczehenden, anfahrnde: ob nit etc. vnd des funfezehenden
anfang: Item ob nit Fuldisch etc., dorczu sag ich, das ich Fuldische
vnd Hirschfeldische leben von einer art vnd natur meins bedunckens,
vnd wie ich gehört, erben sone vnd dochter czugleich; zu eym byspill
vnd bericht: es seint drey Schwestern von Luther gewest, jeczunt des
alten Rinharts von Bymburgs muter, die ander N., die Concz Rodthen
gehapt hat, die dritt Agnes, Jacob von Cronbergs eltter muter, die dry
geschwistere haben ein zanck vmb ein Fuldisch leben mit jren vettern,
denen von Luther gehapt, vnd haben als weiber solich Fuldische leben

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