Full text: Beiträge zur Erläuterung des deutschen Rechts (Jg. 50 (1906))

17. Literatur

17.1. Dernburg, Das Bürgerliche Recht des Deutschen Reiches und Preußens. Ergänzungsband IV: Badisches Landesprivatrecht, bearbeitet von Dorner u. Seng

Literatur.

112.
Das bürgerliche Recht des Deutschen Reichs und Preußens. Von
vr. Heinrich Dernburg, Geh. Justizrat, Professor an der Universität
Berlin Ergänzungsband IV: Ladischrs kandesprivatrrcht. Von
l)r. E. Dorner, Landgerichtspräsident in Karlsruhe, und Dr. A. Seng,
a. o. Professor an der Universität Heidelberg. Halle a. S. 1906. Buch-
handlung des Waisenhauses. (M. 18, -.)
Das Badische Landesprivatrecht hat durch vorliegendes Werk eine
ausgezeichnete Bearbeitung gefunden. Nach dem Vorworte teilten sich
die Vers, in der Weise in die Arbeit, daß Prof. Seng den allgemeinen
Teil, das Recht der Schuldverhältnisse und das Erbrecht, Landgerichts-
präsident Dorner das Sachenrecht und das Familienrecht bearbeiteten.
Diese Teilung der Arbeit hat deren Einheitlichkeit in keiner Weise be-
einträchtigt. Aus Gründen praktischer Brauchbarkeit wurde eine allzu
ängstliche Abgrenzung gegenüber dem öffentlichen Rechte vermieden.
Deshalb sind Institute, die teils dem öffentlichen, teils dem Privatrecht
angehören, wie das Enteignungsrecht, das Ortsstraßenrecht, das Jagd-
und Fischereirecht, das Wasser- und Bergrecht usw., nach der Gesamt-
heit ihrer Beziehungen dargestellt. Aus den gleichen Gründen praktischer
Brauchbarkeit wurde auch das Gebiet des Sachenrechts ausführlicher
behandelt. Baden und Württemberg haben abweichend von den übrigen
Bundesstaaten nicht die Amtsgerichte, sondern besondere, für die einzelnen
Gemeinden geschaffene Behörden als Behörden für Führung der Grund-
bücher (Grundbuchämter) bestellt. Der badische Gesetzgeber verkannte
indes nicht, daß die Führung der Grundbücher in der Hauptsache nur
Einzelbeamten mit juristischer Vorbildung — in der Regel den Notaren
— übertragen werden könne. Die auf dieser Grundlage aufgebaute,
keineswegs sehr einfache Ausgestaltung des Grundbuchrechts in Baden
ist besonders eingehend behandelt. Überhaupt können die Ausführungen
zum Sachenrecht als der bestgelungene Teil des Werkes bezeichnet werden.
Vollständigkeit, Klarheit der Darstellung, Übersichtlichkeit der An-
ordnung, den ganzen Rechtsstoff frei beherrschende Wissenschaftlichkeit —
alle Vorzüge, welche das „Bürgerliche Recht" von Dernburg auszeichnen,
sind auch in dieser Arbeit vereinigt; sie kann mit vollem Rechte als
würdige Ergänzung jenes Werkes bezeichnet werden. Für den badischen
Juristen ist das Werk ein unentbehrliches Hilfsmittel, und die badische
Praxis ist zu beglückwünschen, daß ihr der unermüdliche Fleiß der Vers,
ein Hilfsmittel von so hoher wissenschaftlicher Bedeutung geboten hat.
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