Full text: Beiträge zur Erläuterung des deutschen Rechts (Jg. 50 (1906))

14.29. Meikel, Grundbuchordnung für das Deutsche Reich. 1. u. 2. Lfg.

14.30. Wellstein, Reichsges. üb. d. Angelegenh. d. freiw. Gerichtsbarkeit. 2. Aufl.

Meikel, Grundbuchordnung für das Deutsche Reich. 739
des §72 Abs. 1 Satz 1 dar. Ein Gebot kann zu einem anderen nur
dann im Verhältnisse des Übergebots stehen, wenn es jenem anderen
qualitativ vollständig gleich und nur quantitativ von ihm verschieden
les übersteigend) ist. Das Gesamtgebot ist aber von jedem Einzelgebote
qualitativ (hinsichtlich des betroffenen Gegenstandes) verschieden. Die
Gesamtheit der Einzelgebote ist aber nicht als ein Gebot im Sinne
des § 72 Abs. 1 Satz 2 anzusehen. Diese Vorschrift kann also nur
im Verhältnisse zwischen Geboten auf den gleichen Gegenstand (Einzel-
geboten oder Gesamtqeboten) Anwendung finden.
Kassel. _ Fuchs.

102.
Grundbuchordnung für das Deutsche Netch vom 24. März 1897 unter be-
sonderer Berücksichtigung des bayerischen Ausführungsgesetzes und der
einschlägigen Vollzugsvorschriften erläutert von Georg Meikel, Kgl.
II. Staatsanwalt in München. I. u. 2. Lieferung. München 1905.
I. Schweitzer Verlag, (je M. 1,50.)
Der Kommentar — er soll nach der Ankündigung auf etwa
30 Druckbogen berechnet sein — hat sich zur Aufgabe gestellt, in erster
Reihe den Bedürfnissen der Praxis in den bayerischen Landesteilen zu
dienen, und zwar in der Weise, daß die bayerischen Ausführungs-
bestimmungen nicht abgesondert behandelt, sondern zusammen mit dem
Reichsgesetze zu einer einheitlichen Darstellung des Rechtszustandes ver-
schmolzen werden. Diese Methode hat Vorteile und Nachteile. Jene
bestehen darin, daß ein abgerundetes Ganzes gegeben werden kann, wie
denn auch die Arbeit des Verfassers, soweit sie sich aus den beiden
ersten, bis zum § 18 GBO. reichenden Lieferungen beurteilen läßt, ein
solches durchweg darbietet; die Nachteile bestehen darin, daß man ge-
nötigt wird, zu prüfen, ob man sich auf reichsgesetzlichem oder landes-
gesetzlichem Boden befindet und ob die Ausführungen, mit denen man
sich gerade beschäftigt, in diesem oder jenem wurzeln. Im übrigen muß
anerkannt werden, daß der Kommentar übersichtlich und klar geschrieben
ist. Er wird zwar nach den grundlegenden Werken von Turnau-Förster,
Fuchs-Arnheim, Predari und Güthe vermutlich nicht neue Bahnen finden,
aber schon die vorliegenden Lieferungen zeigen, daß der Vers, zu allen
Fragen des Grundbuchrechts selbständige Stellung nimmt und Literatur
und Rechtsprechung eingehend berücksichtigt hat. Dies und der über-
sichtliche systematische Aufbau, der eine schnelle Orientierung ermöglicht,
sichern dem Buche auch außerhalb Bayerns die verdiente Beachtung.
Jaeckel.

103.
Dazu Neichsgeseh über die Angelegenheiten der freimilligen Gerichtsbar-
keit. Mit Erläuterungen von Georg Well st ein, Oberlandesgerichts-
rat. Zweite umgearbeitete Auflage. Berlin 1906. H. W. Müller.
(M. 8,-.)

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