Full text: Beiträge zur Erläuterung des deutschen Rechts (Jg. 50 (1906))

14.11. Rietsch, Der besondere Voraussetzungstatbestand beim Vergleich

14.12. Woltersdorff, Die rechtliche Natur des Mäklervertrags

Woltersdorff, Die rechtliche Natur des Müklervertrags.

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Beweislast bei zufälligem Untergange der Probe. Berücksichtigt ist
überall das gemeine Recht und das Recht des BGB.
Rechtslehre und Rechtsprechung hat der Vers, sorgfältig beachtet
und verwertet.
Die Schrift ist als ein willkommener Beitrag zum Verständnisse
der schwierigen Lehre zu begrüßen.
Cassel.' Fuchs.

84.
Die rechtliche Natur de? MKtrlervertrags. Von vr. Fritz Woltersdorff,
Gerichtsasfessor. Berlin 1905. Struppe u. Winckler. (M. 1,50.)
Vers, rechnet den Mäklervertrag zu den Arbeitsverträgen, erachtet
die Verpflichtung des Mäklers zur Aufwendung einer Tätigkeit für kein
begriffliches Merkmal des Mäklervertrags, sieht aber die Übernahme
einer solchen Verpflichtung nicht als dem Wesen des Mäklervertrags
widersprechend an und hält im letzteren Falle einen gegenseitigen Ver-
trag für vorliegend. Eine Erzwingung der Leistungspslicht des Mäklers
im Wege der Klage lehnt Vers, jedoch für den Fall des Vermittlungs-
mäklers (im Gegensätze zum bloßen Nachweismäkler) ab, weil die
Leistung des Vermittlungsmäklers sowohl in ihren Einzelhandlungen als
auch in ihrer Gesamtheit sich jeder genaueren Bestimmbarkeit entzieht.
Der Mäklervertrag wird als ein stets zweiseitiger Vertrag bezeichnet,
auch wenn der Mäkler keine Leistungspslicht übernommen hat, und zwar
wegen der Vertrauensstellung des Mäklers gegenüber dem Kommittenten,
aus der für den Mäkler eine weitgehende Diligenzpflicht entspringt.
Zum Schluffe werden die Besonderheiten des handelsrechtlichen Mäkler-
vertrags erörtert.
Cassel. _ __ Fuchs.

85.
Der besondere Voraussehungstatbestand beim Vergleich. Von vr. Karl
Friedrich Rietsch. Berlin 1906. Struppe & Winckler. (M. 2,—).
Rietsch, ein Anhänger der Lehre Affolters von den Elementen des
Rechtes, baut diese insofern weiter aus, als er außer den allgemeinen
Voraussetzungstaibeständen eines Rechtsverhältnisses auch noch besondere
Voraussetzungstatbestände annimmt (7). Die ersteren vermitteln nach
Affolter rechtliche Fähigkeiten und Eigenschaften von Personen und
Sachen, die im Hauptiatbestand eine Rolle spielen sollen. Zu ihnen
gehören bei den Personen die Geschäftsfähigkeit und Deliktsfähigkeit mit
ihren Schattierungen, bei den Sachen z. B. Vertretbarkeit, Verbrauch-
barkeit und deren Negationen. Hiervon ausgehend bezeichnet Rietsch
mit dem Ausdrucke besondere Voraussetzungstatbestände diejenigen,
welche nur bei den Tatbeständen bestimmter Rechtsverhältnisse wesentliche
Voraussetzung sind. Beim Vergleich erblickt Vers, einen derartigen be-
sonderen Voraussetzungstatbestand in dem Vorhandensein eines Rechts-

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