Volltext: Beiträge zur Erläuterung des deutschen Rechts (Jg. 50 (1906))

8.33. Scheel, Johann Freiherr zu Schwarzenberg

198

Literatur.

Der Verf. hat der Sammlung den Namen die „Justizgesetzsamm-
lung" gegeben, weil das Bedürfnis nach der Sammlung zunächst für die
Rechtspflege bestehe und weil auch bei seiner Bearbeitung im einzelnen
die Bedürfnisse der Rechtspflege zumeist ausschlaggebend gewesen seien.
Darüber hinaus soll aber das Buch den ganzen Bestand der bayrischen
Landesgesetze, in ihrem Texte aber nur soweit, als sie nach dem derma-
ligen Stande der Gesetzgebung Geltung haben, aufweisen. Demgemäß
sind die sämtlichen, in dem amtlichen Publikationsorgane veröffentlichten
bayrischen Landesgesetze aufgeführt, die aufgehobenen Gesetze und
Gesetzesvorschriften aber nicht abgedruckt, an jeder Stelle aber das Ge-
setz oder die Gesetzesstelle angeführt, durch die die Aufhebung erfolgt ist.
Hier spielen natürlich die Reichsgesetzgebung und die Reichseinführungs-,
sowie die bayrischen Ausführungsgesetze eine höchst eingreifende Rolle.
Die Sichtung des Materials nach dieser Richtung, sowie die Aus-
scheidung und Feststellung des Gültigen und Ungültigen und die kurze
und richtige Darstellung des legislatorischen Entwickelungsganges erscheint
als ein mühsames, Fleiß und Gründlichkeit erforderndes, aber auch sehr
dankenswertes Unternehmen.
Vielfach konnte der Aufgabe durch kurze Bemerkungen oder Fuß-
noten Rechnung getragen werden; mitunter waren aber auch umfäng-
lichere Darlegungen erforderlich.
Bei derartigen Sammelwerken ist die Frage der Auswahl und der
Kürzung nicht ohne Schwierigkeit. Vielfach können darüber verschiedene
Meinungen bestehen.
Beispielsweise hat derVerf. die Einleitung zur Verfassungsurkunde nicht
abgedruckt, weil sie keine Rechtsnormen enthalte. Man glaubt aber doch fast
ein Stückwerk vor sich zu haben, wenn man die Einleitung mit ihrem
historischen Rückblick und den feierlichen lapidaren Sätzen nicht vor sich sieht,
in denen verheißungsvoll die Grundzüge der Verfassung verkündet werden.
In manchen Fällen wird es nicht erspart bleiben, auch ein formell
aufgehobenes Gesetz einzusehen, sei es, daß es für unter seiner Herrschaft
begründete Fälle noch anwendbar ist, sei es, daß zum Verständnisse des
neueren Gesetzes die Kenntnis des früheren Rechtszustandes notwendig
oder mindestens förderlich ist.
Sollte aber die Sammlung nicht einen Umfang erreichen, der die
Anschaffung und die Handhabung sehr erschwert haben würde, mußte
wohl der vom Verf. eingeschlagene Weg beschritten werden.
Die Möglichkeit einer leichten Orientierung gewährt das Buch für
alle Fälle.
Die Brauchbarkeit ist durch die Beigabe eines alphabetischen Re-
gisters erhöht._Dr. v. Lippmann.

31.
Johann Freiherr z« Schwarzenberg Von Willy Scheel. Berlin 1905.
I. Guttentag. (M. 8,—.)
Die vorliegende Monographie über Schwarzenberg, den Verfasser
der Bambergensis, bezeichnet sich im Vorwort bescheiden als ein erster

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