Full text: Jahrbücher für die preußische Gesetzgebung, Rechtswissenschaft und Rechtsverwaltung (Bd. 63 = H. 125/126 (1844))

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bedürfen, dieselben, so lange sie nicht zum Treiben des
Viehes gebraucht werden, bei Vermeidung von fünf Tha-
ler Strafe für jeden Kontraventionsfall, an Leinen oder
Stricken führen, oder ihnen einen Maulkorb anlegcn.
4. 6.
-Landleute sollen schlechterdings keine Hunde mit in die
Stadt bringen. Den Fuhrleuten ist solches nur gestattet,
wenn die Hunde unter dem Wagen angebunden sind, oder
an Stricken geführt werden, oder mit Maulkörben verse-
hen sind.
Die Uebertreter dieser Vorschrift werden mit einer
Strafe von 2£ Thlr. belegt.
§. 7.
Auf dem Lande sollen die zur Bewachung des Vie-
hes und der Gehöfte nöthigen Hunde nicht mit auf das
Feld genommen, noch aus den Gehöften gelassen, sondern
an Ketten gelegt, oder wenigens mit starken Klöppeln be-
schwert werden. -
Werden aber dergleichen Hunde außerhalb des Dor-
fes mitgenommen, so ist die §. 4. ertheilte Vorschrift zu
beobachten. Diejenigen, welche dieser Anordnung zuwider
handeln, sind mit einer Geldbuße von 10 Silbergroschen
zur Orts-Armenkasse oder verhältnißmaßigem Gefängniß
oder Handarbeit zu bestrafen. Hirten und Schäfer dürfen
jedoch ihre Hunde, wenn sie nicht beißig sind, bei der Heerde
frei gebrauchen.
8.
Böse und beißige Hunde sind, wenn sie dem Eigen-
thümer unentbehrlich, an Ketten anzulegen und nie anders,
als wenn sie an Stricken geführt oder an ein Pferd oder
einen Wagen angebunden werden, und überdies mit einem
Maulkorbe versehen sind, ins Freie zu bringen; wird diese
Vorschrift vernachlässigt, und vom Hunde Schaden ange-
richtet, so kann der Eigenchümer mit einer höhcrn Geld-
strafe als im §. 4. bestimmt worden, oder mit Gefäng-
nißstrafe, nach Befinden der Umstände, belegt werden.

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