Full text: Jahrbücher für die preußische Gesetzgebung, Rechtswissenschaft und Rechtsverwaltung (Bd. 63 = H. 125/126 (1844))

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Irrenden Agnaten nicht bedürfen werde, da solche von
den der veräußernden Lehnsbesitzer zu unterschei-
den waren. Dos Kammergericht ging auf diese Ansicht
ein, setzte aber in einem Berichte vom 6. Februar 1815
ausemander, daß die Bevormundung der Kinder der Lehns-
besitzcr,: > welche die: Lehnsqualität unter sich aufhöben, in
Gemäßheit des Edikts vom 9. Oktober 1807 erforderlich
sei. - Mittelst Reskripts vom 1. April 1815 eröffnet« der
Zustizminister dem Kammergerichte, daß das Edikt vom 9.
Oktober 1807 den Gebrauch des Eigenthums habe erleich-
tern, nicht aber die Förmlichkeiten erschweren wollen, und
daß eS daher darauf ankomme, ob vor dem Edikt vom 9.
Oktober 1807 eine Veräußerung Seitens der ^ Lehnsbesitzer
die Söhne derselben verpflichtet habe oder nichts Das Kam-
mergericht beharrke jedoch in einem weiteren Berichte vom
20. April 1815 auf den Grund der Vorschriften der §§.266 seq.
Tit. .18. Th. I. Allg. Landr. bei seiner. Ansicht und ver-
langte Behufs der Errichtung eines förmlichen Familien-
schluffes die Vormundsbcstellung für die Abkömmlinge der
paciscirenden Lehnsbesitzer. Dieses Verfahren wurde durch
die Reskripte vom 16. Mai 1815 und 25. Mai 1818 ge-
nehmigt und demnächst auch befolgt, indem das Kurmär-
kische Pupiilen-Kollegium der Descenden; der Lehnsbesitzer
aus dem Hause Barkow Kuratoren bestellte und diese
den Allodifikations-Rezeß genehmigten und vollzogen.
2. Der im Zahre 1810 verstorbene Besitzer der in
. der Mittelmark belegenen Lehngüter Grebs und Danue
hintcrließ zu seinen LehnSerben den Friedrich v. Brösigke,
den Wilhelm v. Brösigke und den Deichhauptmann v. Brö-
sigke, welche behufs des Verkaufs der gedachten Güter deren
Allodifikation beabsichtigten. Der zu diesem Geschäfte zum
Kommissarius ernannte damalige Land - und Stadtgerichts-
Direktor, jetzige Oberlandesgerichts-Präsident Kuhlmeyer
fand es nicht nur nöthig, den Konsens des majorennen
Sohnes des gedachten Friedrich v. Brösigke zur Allodifika-
tion aufzunehmen, sondern verlangte auch die Bevormun-
dung des minorennen Sohnes des Drjchhauptmanns v. Brö-
sigke und motivirte, da dieser dagegen protestirte, sein Ver-
langen gegen uns dadurch, daß er den §. 809. Tit. 18.
Th. 1. A. L. R, nur auf solche Agnaten, welche noch

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