Full text: Jahrbücher für die preußische Gesetzgebung, Rechtswissenschaft und Rechtsverwaltung (Bd. 63 = H. 125/126 (1844))

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auch nur die Bedingungen desselben ohne weiteren Hinblick
auf frühere Vorschriften und analoge Beziehungen zur An-
wendung gebracht werden muffen.
Diesem gemäß halten wir, wenigstens die Majorität
unfers Kolleg«, die Bestellung eines Kurators für die Kin-
der der drei zu dem Nießbrauche der fraglichen Lehnstämme
berechtigten Gebrüder v. Strantz für dringend nöthig.
Diese Ansicht läßt jedoch nach der Minorität unseres
Kollegii mehrere Zweifel zu. Dieselbe führt für ihre ent-
gegengesetzte Meinung Folgendes an:
Zn der Neumark müsse jeder Descendent die von sei-
nem Ascendenten rücksichtlich des Lehns getroffenen Verfü-
gungen, sie mögen die Nutzungen oder die Substanz
betreffen, anerkennen. Schon der Landtagsrezeß vom 26. Znli
1653 (Rabe Samml. I. S. 54) erkenne es im §. 32.
fine als unstreitig an; daß ein: Sohn oder jemand-.von den
Descendentibus die paterna et avita debita zu trage»
und zu agnosciren verbunden sei; und die nenmärkische
Lchnskonstitution vom 14. August 1724 (p. 677.; J. c.)
bestimme::: -. .
„Wenn in der Neumark ein Besitzer eines adligen
Gutes kcine Agnaten oder Successores,
denen vermöge der ehemaligen Mitbelehnschaft
das ckus succedendi daran zusteht, sondern nur Söhne
hat, so steht demselben, frei, solches nach seinem Ge-
fallen zn verhypotheciren, oder auch gar zu veralieni-
ren, und müssen die Söhne solche Hypothekation und
Veräußerung agnosciren und auf keinerlei Art und
Weise sich zu impngniren unterfangen."
Wenn nun auch allerdings hier' nur vom Verpfän-
den und Veräußern der Lchngüter die Rede sei, und
wenn es eben deshalb nicht ohne Zweifel sei, ob diese Vor-
schrift, wie der OberlandeSgerichtsrath v. Kunow in dem
§. 58. fine und §. 81. des Entwurfs zum Provinzialrechte
der Neumark annimmt, auch auf die Allodifikation der
Lchngüter Anwendung finden könne, so bestimmten doch in
Bezug auf Lehn-Abfindungen die §§. 102. und 103. der
gedachten Lehnskonstitution wörtlich Folgendes:
§. 102. Wenn bei den Theilungen zwischen Brüdern und
Vettern einer den andern mit Geld abfindet, so muß

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