Full text: Beiträge zur Erläuterung des deutschen Rechts (Jg. 60 (1916))

12.13. Langhard, Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft

12.14. Rauer, Der Deutsche Kaiser

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Neue Bücher.

war es natürlich keine geringe Arbeit, in dem Texte und in den Literatur-
nachweisen alle Veränderungen nachzutragen. Der vorliegende 1. Teil
des Buches umfaßt auf 380 Seiten die Einleitung, welche die „Grund-
begriffe des Staatsrechts" darstellt, ferner die Geschichte des deutschen
Staatsrechts und von dem systematischen Teile den Abschnitt über den
Herrschaftsbereich des Staates, den Monarchen und den Landtag. Das
ganze Buch soll in 3 Teilen erscheinen. Die Bedeutung des Werkes
liegt in seinem Werte für die wissenschaftliche Einführung in das
Staatsrecht; es ist ein Lehrbuch im eigentlichen Sinne des Wortes
und wird auch in der neuen Auflage die Anerkennung und Beachtung
finden, die ihm zukommt.
Berlin. Landrichter I)r. Damb itsch.
32. Ler üeutschr Kaiser. Eine rechtshistarische Studie von vr. Walter
W. Rauer. Berlin 1913. Puttkammer & Mühlbrecht. (1,50 M.j
Der Verf. erörtert die Rechtsstellung des deutschen Kaisers in
ihrer Entwicklungsgeschichte und geht davon aus, daß diese Entwicklung
durch drei Grundformen charakterisiert wird: das Kaisertum des „Heiligen
Römischen Reiches deutscher Nation" (d. h. des alten Deutschen Reichs
bis zur Auflösung am 6. August 1806), das „Paulskirchen-Kaisertum"
(d. h. das nicht ins Leben getretene Kaisertum, wie es nach dem
Entwürfe des Paulskirchen-Parlaments von 1848/49 geplant war)
und das moderne deutsche Kaisertum nach der Reichsverfaffung. Der
Stoff ist dergestalt geordnet, daß die einzelnen Befugnisse der kaiserlichen
Gewalt abschnittsweise behandelt und dabei stets die drei genannten
Formen vergleichsweise zusammengestellt werden. Man kann zweifeln,
ob ein solcher Vergleich viel zur Erklärung der Rechtsstellung des
Kaisertums des neuen Deutschen Reichs beiträgt. Die Bestimmungen
der Reichsverfassung über die Stellung des Kaisers knüpfen nicht an
eine geschichtliche Entwicklung an, sondern sind das auf Gründen
politischer Zweckmäßigkeit beruhende Kompromiß zwischen dem Bestreben,
das Reich nach außen als fest geschlossene Einheit erscheinen zu lassen,
und dem Wunsche, im Jnnenverhältniffe die Regierungsgewalt der
Einzelstaaten möglichst wenig anzutasten oder wenigstens die Beschränkung
in gewiffen Grenzen zu halten. Staatsrechtlich enthält die Arbeit nichts
Neues. Der Verf. hat überall die herrschende Ansicht wiedergegeben.
Nach dem Vorworte hat das Buch den Zweck, das Interesse weiterer
Kreise an der Entwicklung der Rechtsstellung des Kaisers anzuregen
und für Studierende eine leicht faßliche Grundlage zu bieten. Diesem
Zwecke wird die klar geschriebene Arbeit genügen.
Berlin. Landrichter vr. Dambitsch.
33. vnndrsvrrfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Textausgabe
mit Einleitung und Sachregister von vr. I. Langhard in Bern.
Zürich 1914. Orell Füßli. (1,20 M.)
Die Ausgabe verdankt nach dem Vorworte des Verf. ihre Ent-
stehung dem Umstande, daß i. I. 1914 seit der Entstehung des geltenden

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