Full text: Beiträge zur Erläuterung des deutschen Rechts (Jg. 60 (1916))

6.9. v. Eschstruth, Grundlagen eines südwestafrikanischen Wasserrechts

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Neue Bücher.

durch den Hinweis in der Begründung auf den grundsätzlichen Stand-
punkt, welchen der Gesetzentwurf gegenüber der Entschädigungsfrage
bei Veränderungen des Grundwasserstandes einnimmt. Ganz abzulehnen
ist aber die Auslegung, welche die Vers, den Worten „soweit der
Schaden nicht verhütet oder ausgeglichen werden kann" im § 200 a. a. O.
angedeihen lassen. Der Sinn dieser Worte ist natürlich kein anderer
als derjenige der §§ 51 oder 157 WG., d. h. Entschädigung soll
geleistet werden, soweit der Schaden nicht durch Einrichtungen verhütet
oder ausgeglichen werden kann; das ergibt aber schon der Zusammenhang
mit dem Satz 2 dieses Absatzes. Die Annahme, daß etwa bei dem
Worte „verhütet" an ein Verschulden des Unternehmers gedacht sei,
entbehrt jeder Berechtigung.
Diese Fragen haben ihre besondere Bedeutung durch ihre Rück-
wirkung aus die großen öffentlichen Wassergewinnungsanlagen. Es ist
bekannt, welche Schwierigkeiten es dem Gesetzgeber bereitet hat, die
großen dabei ins Gewicht fallenden Interessengegensätze miteinander zu
versöhnen. Die jetzige Fassung des Gesetzes stellt den bewußten Aus-
gleich zwischen diesen Interessen dar; dabei hat die Beschränkung der
Haftung auf das Maß der Billigkeit eine wesentliche Bedeutung gehabt.
Man würde den Absichten des Gesetzgebers wenig entsprechen, wenn
man an diesem Gleichgewichtszustände rütteln wollte.
Zu einem weiteren Eingehen auf die vielseitigen Ausführungen
des Kommentars fehlt der Raum. Man wird den Vers, dankbar sein
dafür, welches Interesse sie dem Verständnisse des schwierigen Stoffes
entgegengebracht haben und daß sie durch Aufwerfen zahlreicher Streit-
fragen zum tiefen Eindringen in das Gesetz anregen. Jahrelang ist
der spröde Stoff des Wasserrechts durch die Wissenschaft vernachlässigt
worden. Es darf erhofft werden, daß das Preußische Wassergesetz neue
Anregungen schafft und Veranlassung gibt, Versäumtes nachzuholen.
Ebenso wie die praktische wird auch die wissenschaftliche Beschäftigung
mit dem Wassergesetz in dem Kommentare der Vers, eine wertvolle
Unterstützung finden.
Berlin. Geh. Regierungsrat Schlegelberger.

7. Grnndlagen eines lüdivestafrikanischrn Wasserrechts. Von vr.
v. Eschstruth, Oberforstmetfter. Berlin 1Ü13. Puttkammer & Mühl-
brecht. (8 M.)
Auf den ersten Blick müßte man aus dem Titel eigentlich schließen,
daß der Inhalt des Buches über den Kreis der Kolonialjuristen und der
wirtschaftlich beteiligten Bewohner der afrikanischen Kolonien hinaus kein
Interesse hervorzurufen vermag. Dieser Eindruck ist aber nicht richtig.
Der Titel des Buches gibt den letzten Schluß wieder, der aus dem
zusammengetragenen Stoff gezogen werden kann. Denn das Buch
enthält in der Hauptsache eine gute systematische Bearbeitung des in
Deutschland als dem Mutterlande geltenden Wafferrechts, wobei auch
das ausländische Recht teilweise berücksichtigt ist. Auf dieser Grundlage
untersucht der Vers, die Übertragbarkeit des in Deutschland geltenden

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