Full text: Jahrbücher für die preußische Gesetzgebung, Rechtswissenschaft und Rechtsverwaltung (Bd. 12 = H. 23/24 (1818))

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anrrnehrsten entspricht? Bei jeder Justizrcform ward die
alte Unordnung von ihren Anhängern und denjenigen,
weichen sie nützlich war, gepriesen und die neue verbesserte
Ordnung der.-Dinge getadelt. Auch Kaiser Karls V.
Halsgerichtsorbnung fand in den Anhängern des will»
kührlicheu Criminalverfahren des barbarischen Mittelalters
und in denjenigen, welche, wi'ejetzt nur in den französischen
Gesetzbüchern, so damals nur im römischen Gesetzbuch
Weisheit fanden, eifrige Gegner C4) und was würde
auS der preußischen Justiz geworden sein, wenn Frie-
drich der Große, wenn Cocceii und Carmer auf
das Geschrei der damaligen Advocaten und derjenigen,
geachtet harten, welche aus Gewohnheit, Trägheit, Gekd-
rnkeressr oder andern Motiven für die Beibehaltung der
allen Mißbräuche das Wort erhoben, ja -selbst Feuer-
proben, Hcpcnprozcsse und Tortur würden noch heute in
vollem Flohr blühen, wenn die Fürsten und ihre Räche
nicht gerechter, menschlicher und weiser gewesen wären,
als diejenigen, im Volke, welche jene Einrichtungen für
eine ächte und'gerechte Criminaljustizpffege eben so noch-
wendig hielten, als man jetzt die Hrdalien der Geschwor-
ucn dafür ausgcben will. ,
Go wichtig die vernünftige «Zkimme der Nation
für jede Negierung ist, so unerheblich muß es für sie sein,
ob fehlerhafte, ungerechte, unnationclle und mit dem
Woble des Ganzen und der Einzelnen unvcrcinbarliche,
Einrichtungen von befangenen oder intcressirten Einzel-

6g) Äalblanck a. a. O. S- sog-

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