Full text: Beiträge zur Erläuterung des deutschen Rechts (Jg. 40 = 5.F. Jg. 5 (1896))

9.14. Osterrieth, Albert, Sekretär der Association littéraire et artistique internationale: Die Geschichte des Urheberrechts in England, mit einer Darstellung des geltenden englischen Urheberrechts

Osterrieth, Die Geschichte des Urheberrechts in England. 441
Für das Verhältniß von Auflassung und Eintragung gelangt Rehme
freilich auch hier nicht mit absolut zwingendem Beweis — zu dem
Ergebnisse, „daß schon 1284 der Satz gilt: im Falle freiwilliger Ver-
äußerung (Verkauf und Vergabung) wird erst durch die Eintragung
das Eigenthum erworben", daß aber „dieser Satz sich erst kurz vorher,
also bald nach der Scheidung des alten libsr civitatis in verschiedene
Bücher gebildet hat"; und daß „während in ältester Zeit die Auflas-
sung allein, im 14. Jahrhundert die Auflassung und die Eintragung
den Eigenthumsübergang bewirkten, die Auflassung im 15. Jahrhundert
in den Hintergrund trat und nur noch als Voraussetzung des die Eigen-
thums-Veränderung bewirkenden Aktes, der Eintragung, galt"'
Materiell richtig ist die gegen v. Duhn gerichtete Ausführung
S. 253 ff., daß der Ausschluß jedes Dritten von Rechten am Grund-
stück erst mit Ablauf der Frist von Jahr und Tag nach der Eintragung
eintrat. Dagegen läßt sich mit v. Duhn der Satz, daß in Lübeck die
rechte Gewere sofort durch die Zuschrift im Stadtbuche erworben wurde,
aufrecht erhalten, wenn man entsprechend dem Sprachgebrauch der Quel-
len (vergl. auch die Beläge bei v. Duhn S. 9) mit Heusler unter rechter
Gewere die rechtmäßig, d. h. auf Grund eines Titels entstandene Gewere
versteht, und die Rechtsstellung, die durch Dauer dieser rechten Gewere
durch Jahr und Tag erlangt wird, als qualifizirte Gewere bezeichnet.
Ich kann in dieser Richtung auf meine Ausführungen in der dritten
Auflage des 2. Bandes von Stobbe's Privatrecht, AK 87 f. verweisen.
Marburg. H. Lehmann.

29.
Die Geschichte -es Urheberrechts in England, mit einer Darstellung des
geltenden englischen Urheberrechts, von Albert Osterrieth, Sekretär
der Association iitteraire et artistique internationale. (XIV u. 221 S.)
Leipzig 1895. Verlag von C. L. Hirschfeld. (M. 6,—.)

Das vorliegende Werk bietet eine außerordentlich dankenswerthe
Uebersicht über die Entwickelung des Urheberrechts in einem unserer
Hauptkulturländer vom Beginn des Buchdrucks an. Den Verfasser leitete,
wie er im Vorwort ausführt, bei der Wahl gerade der englischen Ent-
wickelung für seine Darstellung der Umstand, „daß hier die Geschichte
des Urheberrechts ein geschlossenes Bild bietet und ein typisches Beispiel
giebt für die Wandlungen, die die Beurtheilung und die Praxis des
Urheberrechts in der verhältnißmäßig kurzen Zeit seines Bestehens durch-
gemacht haben".
Die Einführung des Buchdrucks in England soll 1474 stattgefunden
h^en. Daß das erste im Jnselreich gedruckte Buch kein wiffenschaft-
liches oder religiöses Werk, sondern „The game and playe of the chesse“
war, mag Freunde des edlen Spiels mit Befriedigung erfüllen.
Während zunächst der Buchdruck und der Buchhandel keinerlei Beschrän-
kungen unterlegen zu haben scheinen, nach einer Konstitution Richard HL

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