Full text: Beiträge zur Erläuterung des deutschen Rechts (Jg. 37 = 5.F. Jg. 2 (1893))

9.11. Kuhlenbeck, Dr. jur. Ludwig: Der Schuldbegriff als Einheit von Wille und Vorstellung in ursachlicher Beziehung zum Verantwortlichkeitserfolg

Kuhlenbeck, Der Schuldbegriff rc.

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falls nicht sowohl, um einen Tadel des vorliegenden Werkes, sondern
vielmehr, um einen Wunsch für die Zukunft auszusprechen, dessen Er-
füllung dem Verfasser noch weit mehr den Dank namentlich auch der
wissenschaftlichen Welt einbringen würde, als er ihn schon jetzt sich
erworben hat. Es wäre nämlich im höchsten Grade wünschenswerth,
wenn zu den einzelnen Rubriken auch aus den wissenschaftlichen Zeit-
schriften diejenigen Aufsätze, die ganz besonders ergebnißreich sind und
epochemachend gewirkt haben, angeführt würden. Der Umfang des
Buches brauchte sich dadurch gar nicht erheblich zu vergrößern, da
gleichzeitig manche selbständig erschienene Schriften fortbleiben könnten.
Ich führe auch hier einige Beispiele an.
Für die Geschichte des deutschen Bergrechts z. B. lernt derjenige,
der sich allein auf unsere Sammlung verläßt, keine der 3 neusten Ar-
beiten, welche die älteren Theorien definitiv beseitigten, kennen, nämlich
die Schmollers, Znama - Sterneggs und Gotheins, aus dem einfachen
Grunde, weil diese ihre Forschungen, der erste in seinem Jahrbuch, die
beiden anderen in ihren größeren Wirthschaftsgeschichten niedergelegt
haben. Oder aber die Arbeiten über die preußische Geschichte im
18. Jahrhundert, die für den Staatswissenschaftler wie für den eigentlichen
Historiker heut in erster Linie in Betracht kommen: die Studien Schmollers
über die Wirthschaftspolitik Friedrichs II., seine Aufsätze über das Beamten-
thum unter Friedrich Wilhelm I., seine Epochen der preußischen Finanz-
politik oder seine Arbeiten über das Städtewesen unter Friedrich
Wilhelm I.; sie alle sind hier nicht erwähnt, da sie theils in Schmollers
Jahrbuch, theils in anderen Zeitschriften erschienen sind. Und doch be-
ruht die ganze moderne Auffassung von der Person und Thätigkeit haupt-
sächlich Friedrich Wilhelms I., die ganze Beurtheilung der Stein'schen
Städteordnung von 1808, das Verständniß für die Entwicklungsgeschichte
der preußischen Finanzen uud damit des preußischen Staates überhaupt
ganz überwiegend gerade auf diesen Arbeiten. Und wenn Referent
sicherlich auch mit allen denen, die sich um diese Dinge eingehender be-
kümmert haben, in dem lebhaftesten Bedauern übereinstimmt, daß eine
separate Publikation dieser wahrhaft grundlegenden und bahnbrechenden
Forschungen bisher noch immer unterblieben ist, so ist der Wunsch um
so gerechtfertigter, für solche Fälle orientirende Nachweise in derartigen
Sammelwerken zu finden.
Vielleicht findet der Verfasser hierin den Anlaß zur Inangriff-
nahme auch dieses höheren Zieles. Er würde damit sein Werk immer
mehr zu dem machen, was es nach unserem Wunsche sein sollte: ein
unentbehrliches Hilfsmittel, wie es schon jetzt ein nützliches und zeit-
ersparendes Nachschlagebuch ist.
Berlin. _ Georg Küntzel.

31.
Bet Schuldbegriff als Einheit von Wille und Vorstellung in nrsachticher
Leziehung znm Verantwortlichkeitserfolg, von Dt. jur. Ludwig
Kuhlenbeck. 8°. 142 Seiten. Leipzig 1892. E. L. Hirschfeld. (R. 2.80.)

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