Full text: Beiträge zur Erläuterung des deutschen Rechts (Jg. 37 = 5.F. Jg. 2 (1893))

7.6. Gründer-Erklärung und Prüfung des Gründungsherganges bei Aktiengesellschaften nach Artt. 209 g und 209 h des Reichsgesetzes betr. die Kommandit-Gesellschaften auf Aktien und Aktiengesellschaften vom 18. Juli 1884 : (Fortsetzung)

Hergang bei Gründung von Aktiengesellschaften.

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11.
Gründer-Erklärung und Prüfung deK GründungKhergangrs
Ke, Aktiengesellschaften nach Artt. 209 g und 209 h >des
Reichsyesetzes ketr. die Lommandit-Gesrllschaftrn auf Aktien
und Aktiengesellschaften vom t8. Juli 1884.
Von Herrn Oberlandesgerichtsrath a. D. Hergenhahn in Eisenach.
(Fortsetzung.)

Sechster Abschnitt.
Die Geltendmachung der Haftungen
aus der Gründer-Erklärung und der Prüfung des
Gründungs Hergangs.
In Betreff der Geltendmachung der Ansprüche der Gesellschaft
aus der Gründung gegen die bei derselben betheiligten und ver-
pflichteten Personen bestimmt der Art. 223 in Abs. 1 zunächst
Folgendes:
„Die Ansprüche der Gesellschaft aus der Gesellschaft gegen
die in Gemäßheit der Art. 213a bis 2136 verpflichteten Per-
sonen .sind zu erheben, wenn in der Generalversammlung
dies mit einfacher Stimmenmehrheit beschlossen oder von einer
Minderheit, deren Antheile den fünften Theil des Grundkapitals
darstellen, verlangt wird."
I. Zweck und Bedeutung der Vorschrift.
Am Gegensatz zu einer Anzahl ausländischer Gesetzgebungen,
insbesondere der englischen, französischen, belgischen und der schwei-
zerischen Gesetzgebung hat das Aktiengesetz vom 18. Juli 1884
an der Auffassung festgehalten, daß die besonders geregelte Verant-
127); R.G. Civ.Urth. vom 8. November 1882 (Entsch. Bd.8 Nr. 58 <3.230). RG. Civ.-
Urth. v. 12. Dez. 1892, VI208/92 (Jur.Wochenschr. 1893 Nr. 7/8 S. 67 Ziff. 33). —
Für Baiern: bair. Landr. Th. 4 Kap. 9 § 6: „Der Prinzipal zahlt dem man-
datam nach verrichteter Mühe den versprochenen roeornpsns, und da keiner ver-
sprochen ist, so wird solcher nach Beschaffenheit des Geschäfts und der hierunter
verwendeten Mühewaltung unparthepisch taxiret, sofern mandatarius anders eine
Person ist, welche sich Zratis in fremden Sachen nicht verwenden, sondern aala-
riren zu lassen pflegt, z. B. Advokaten, Prokuratoren, Sollizitanten, Tändler
u. s. w." und dazu v. Kreittmayr, Anm. Bd. 4 S. 529 litt, d (ed. von 1821).
— O.A.G. München, Urth. ohne Jahreszahl in Seufferts Blättern f. Rechtsan-
wendung Bd. 1 1836 Nr. 40 S. 318 unter 8. — Für Sachsen: bürgerl. G.B.
§§ 820, 1231.
Beiträge, XXXVII. (V. F. II.) Jahrg. 2. u. 3. Heft.

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