Full text: Beiträge zur Erläuterung des deutschen Rechts (Jg. 37 = 5.F. Jg. 2 (1893))

6.9. Turnau, W., Reichsgerichtsrath: Die Grundbuchordnung vom 5. Mai 1872 mit Ergänzungen und Erläuterungen

152

Literatur.

8.
Dir Grund buch ordmmg vom 9. Mai 1872 mit Ergänzungen und Er-
läuterungen. Herausgegeben von W. Turnau, Reichsgerichtsrath.
Fünfte verbesserte und vermehrte Auflage. Zwei Bände. Paderborn 1892.
Ferdinand Schöningh. (Geh. M. 20,—; geb. M. 25,—.)
Wiederum liegt eine neue Auflage des bekannten Kommentars zur
Grundbuch-Ordnung von Turnau, die fünfte der ganzen Reihe vor,
welche sich der früheren würdig anschließt. Nicht an äußerem- Umfang
hat das Werk in seiner neuen Auflage gewonnen, der erste Band hat
sogar in Folge der Ausscheidung entbehrlich gewordener Bemerkungen,
kürzerer Fassung u. s. w. eine Einschränkung von mehreren Seiten er-
fahren. Trotzdem ist der Inhalt durch Bearbeitung der neu erschienenen
Gesetze, z. B. der Gemeinde-Ordnungen, durch Berücksichtigung der
neueren Literatur und Rechtsprechung und durch Erörterung einzelner,
neu aufgeworfener Fragen so wesentlich reichhaltiger geworden, daß die
neue Auslage nicht nur als eine verbesserte, sondern auch als eine vermehrte
bezeichnet werden darf. — Dem Kommentar neu hinzugesügt sind u. A.
Erörterungen über verschiedene, auf den § 41 des E.E.Ges. bezügliche
Fragen. Unter Note 34 zu diesem Paragraphen (S. 811) wird das
Verhältniß des Verkäufers zu dem Käufer behandelt, wenn das ver-
kaufte Grundstück mit Hypotheken, Grundschulden und Privatdienstbar-
keiten belastet ist, welche der Käufer nicht in Anrechnung auf den Kauf-
preis übernommen hat. Der Verfasser beschränkt sich hier auf die Be-
urtheilung der beiderseitigen Rechte und Pflichten nach Landrecht und
berücksichtigt nicht die davon abweichenden Grundsätze des gemeinen
Rechts, wie denn auch an anderen Stellen des Kommentars eine stief-
mütterliche Behandlung dieses Rechtes hervortritt. Zweifellos muß ein
Kommentar zu den preuß. Grundbuchgesetzen das denselben zu Grunde
liegende altpreußische Recht an erster Stelle behandeln, der Verfasser
würde aber durch eine eingehendere Berücksichtigung des gemeinen Rechts
in späreren Auflagen die zahlreichen Freunde seines Werkes in den ge-
meinrechtlichen Gebietstheilen zum Danke verpflichten.
Die Stellung des Verfassers zu den in neuerer Zeit viel um-
strittenen Fragen über die Erfordernisse der Hypothekbestellung ist eine
unveränderte. In Uebereinstimmung mit der herrschenden Ansicht ver-
langt der Verfasser als Voraussetzung für die Eintragung der Hypothek
die Bewilligung des eingetragenen oder des seine Eintragung gleich-
zeitig mit der Bewilligung erlangenden Eigenthümers <S. 286, 303),
während das Kammergericht in den Entscheidungen bei Zohow VII 71
uno X.1 i w auch"^W^Mk^^W'"MMWKunL des Eigenthums * des Ver-
pfänders erklärkeEmMßM^ÄWEtzMß" Mr'den Grundbuchrichter
'vKsteht die EmgangÄvödte in § 19 d. Ges.:
" """JJ'St? MWkklgung (der Hypothek) erfolgt, wenn der . . . seine
Eintragung gleichzeitig erlangende Einthümer sie bewilligt"
nur von der Legitimation des Bestellers gegenüber dem Grundbuchrichter
und bezieht die Worte „seine Eintragung gleichzeitig erlangende" auf
„Eintragung der Hypothek" im Eingänge des Paragraphen.

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