Full text: Beiträge zur Erläuterung des deutschen Rechts (Jg. 46 (1902))

12.41. Luther, Das Gesetz über die Enteignung von Grundeigenthum vom 11. Juni 1874

12.42. Meisner, Das in Bayern geltende Nachbarrecht mit Berücksichtigung des Wasserrechts

734

Literatur.

94.
Das Gesetz über die Enteignung von Grundeigrnthum vom 11. Juni 1874.
Textausgabe mit Anmerkungen und Sachregister von Hans Luther.
Gerichts-Assessor, zur Zeit juristischem Hülfsarbeiter bei der kaiserlichen
Werft in Kiel. Berlin 1902. Verlag von Franz Vahlen. (Geb. M. 1,60.)
Der in dem Vorworte zu dieser kleinen Schrift ausgesprochene
Plan des Vers., vor Allem die nicht unerhebliche Einwirkung des
B.G.B. und seiner Nebengesetze auf das Enteignungsgesetz zu behandeln,
ist gewiß ein richtiger und der praktischen Bedeutung nicht ermangelnder
Gedanke. Ich kann auch nach näherer Einsicht des Buches aussprechen,
daß der Vers, mit großem Fleiße gearbeitet und die Rechtsprechung
des R.G. zu dem Enteign.Ges. und dem Fluchtlinien-Ges. auf Grund
der Entscheidungen in der offiziellen Sammlung und in diesen Beiträgen
in sorgfältigster Weise zusammengestellt hat. Es kann Jedem, der
Sachen aus diesen Rechtsgebieten zu bearbeiten hat, dringend die Be-
nutzung des Buches empfohlen werden. Er wird sich dadurch viele
Mühe ersparen und sich, da auch die Doktrin berücksichtigt ist, die Ab-
gabe eines richtigen Urtheils sehr erleichtern. Zu allgemeinerem
Studium empfehle ich besonders Absch. III der Einleitung (S. 3ff.>,
der sehr klar zur Anschauung bringt, wie mancherlei Modifikationen des
Enteignungsgesetzes durch das Reichs- und Landesrecht entstanden sind.
Bei der Angabe der Abkürzungen hätte der Verf. S. IX, um Zweifel
zu vermeiden, wohl bemerken können, daß die von Gruchot begründeten
Beiträge seit länger als 25 Jahren die Redaktion gewechselt haben.
Urtheile des Reichsgerichts sind niemals von Gruchot publizirt.
Rassow.

95.
Das in Kapern geltende Nachbarrecht mit Krrückstchtigimg des Wafferrechts
Von Christian Meisner, Rechtsanwalt in Würzburg. München 1900. ?■
Schweitzer Verlag. (Geh. M. 6,—, geb. M. 7,—).
Das Bürgerliche Gesetzbuch hat auf dem Gebiete des Nachbarrechts
ein einheitliches Recht nicht geschaffen. In den ZK 906—923 des
Bürgerlichen Gesetzbuchs find zwar eine Reihe nachbarrechtlicher Vor-
schriften getroffen, Art. 124 des Einführungsgesetzes zum Bürgerlichen
Gesetzbuchs hält aber die landesgesetzlichen Vorschriften auf den Nachbar-
rechtsgebieten, die vom Bürgerlichen Gesetzbuche nicht erfaßt sinv,
aufrecht.
Bayern hat von der gemäß Art. 218 desselben Einführungsgesetzes
eingeräumten Befugniß der Aenderung der landesrechtlichen Bestimm-
ungen Gebrauch gemacht, um das insbesondere auf dem Gebiete des
Baurechts äußerst zersplitterte Nachbarrecht zu sichten und innerhalb der
durch Art. 124 des Einf.Ges. z. B.G.B. gezogenen Grenzen neu zu
gestalten. Entbehrliche, drückende und volkswirthschaftlich schädliche Be-
schränkungen find damit gefallen. Die Neugestaltung hat sich insbe-

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