Full text: Beiträge zur Erläuterung des deutschen Rechts (Jg. 46 (1902))

9.3. Turnau-Förster, Das Liegenschaftsrecht nach den deutschen Reichsgesetzen und den Preußischen Ausführungsbestimmungen

Turnau-Förster, Das Liegenschaftsrecht. 445
Der Verf. stellt die Theorie Labands gegenüber älteren abweichen-
den Auffassungen ins rechte Licht und verficht sie mit treffender Be-
gründung auch gegenüber späteren, übrigens bis in die neueste Zeit
hinaufreichenden Anfechtungen (Curtius, Canstein, Schloßmann). So-
dann verfolgt er die Konsequenzen der gewonnenen Grundlagen bis in
die letzten Verästelungen der Materie, wobei er die Methode befolgt,
zunächst unter Zugrundelegung des gemeinen Rechtes aufzuzeigen, was
aus den Grundbegriffen nach der Rechtslogik und der Natur der Sache
abzuleiten ist, um demnächst auf die mit seinen Ergebnissen allerdings
nicht immer völlig übereinstimmenden Normen unseres jetzt geltenden
Rechtes näher einzugehen. Eine solche Disparität ergiebt sich für den
Berf. insonderheit durch die Bestimmung des B.G.B., daß sich das
Erlöschen der Vollmacht nach dem ihrer Ertheilung zu Grunde liegenden
Rechtsverhältnisse bestimmen soll (§ 168). Er sieht darin eine folge-
ividrige Abweichung von dem sonst streng durchgeführten Grundsätze von
der abstrakten Natur des Bevollmächtigungsakts und lehnt es daher ab,
aus diesem Satze weitere Folgerungen, die über seinen unmittelbaren
Gehalt hinausgehen, abzuleiten, wie dies z. B. von Planck für den Fall
der Ungültigkeit des der Bevollmächtigung zu Grunde liegenden Gestions-
vertrags geschieht.
Ein besonderes Interesse beanspruchen die Darlegungen des Vers,
über das Problem des Selbstkontrahirens, d. h. über die Befugniß des
Bevollmächtigten zu Geschäftsschlüssen mit sich selbst (B.G.B. § 181).
Die Ausführungen des Verf. sind stets von erfreulicher Klarheit
und Durchsichtigkeit und in ihren Ergebnissen durchweg ansprechend.
Sievers.

44.
Las Liegenschastsrecht nach den Deutschen Reichsyesehe« «nd den preußischen
Ausführungsürstimmungen. Für die Praxis bearbeitet von l)r. W.
Turnau und K. Förster, Reichsgerichtsräthen. Zweiter Band. Die
Grundbuchordnung. Paderborn 1901. FerdinandSchöningh. (Geh.M.ll,—,
geb. M. 13,50; kompl. geh. M. 25,-, geb M. 30,-.)
Der vorliegende zweite Band enthält neben der Grundbuchordnung,
m deren Kommentar die Preußischen Aussuhrungsbestimmungen in Gesetz,
-Verordnung und Ministerialverfügung eingearbeitet find, und den als
-inlagen bezeichnten Preußischen Grundbuch- und Briefformularen,
einen für Preußen berechneten Anhang, der 1. das Bergwerkseigenthum
"r r?n**ere selbständige Gerechtigkeiten, 2. die Instruktion über das
Zerfahren bei Führung der Gewerkenbücher und 3. die Kosten und
v e~pe. *n Grundbuchsachen behandelt, sowie Ergänzungen, betreffend
se Enteignung, die Jmmobiliar-Zwangs-Versteigerung und -Verwaltung,
di?s ^^^bchtlichen Auseinandersetzungen und die Rentengüter. Von
ein« ^ iblbständigen Arbeiten rührt die von den agrarrechtlichen Aus-
iJtadJa c'^un8ett handelnde nicht von den Herausgebern, sondern vom
™ gerichtsrath Meyer her. Das in dem preußisch-rechtlichen „Turnau"

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