Volltext: Beiträge zur Erläuterung des deutschen Rechts (Jg. 49 (1905))

16.6. Rehm, Modernes Fürstenrecht

Rehin, Modernes Fürstenrecht.

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die den Transport ausführt, und Empfänger) das geltende Recht in
verschiedenen Stadien des Transports Besitz und Eigentum an dem zur
Beförderung bestimmten Gute zuspricht. Er begleitet in seinen Er-
örterungen das Gut von dem Zeitpunkt an, in dem es die Hand des
Absenders verläßt, bis zu dem Zeitpunkt, in dem es in die Hand des
Empfängers gelangt. Den weitaus größten Raum der Darstellung
nimmt die Frage nach dem Besitzerwerb ein. Nacheinander werden die
Fälle der Versendung, durch Boten, durch Frachtführer (je nachdem, ob
ein Frachtbrief ausgestellt ist oder nicht, oder ob ein Ladeschein ist),
durch die Eisenbahn (je nachdem, ob ein Frachtbriefduplikat ausgestellt,
und ob dieses in der Hand des Absenders oder des Empfängers sich
befindet, oder ob ein Duplikat nicht ausgestellt ist), durch die Post (ge-
wöhnliche Postfrachtverträge und Zeitungsdebit), endlich durch den Ver-
frachter besprochen.
Bei der letztgenannten Versendungsart werden die Möglichkeiten
erörtert, daß, während das Gut unterwegs ist, alle Exemplare des
Konnossements sich in einer Hand und daß die Exemplare sich in
verschiedenen Händen befinden, ebenso werden diese verschiedenen Mög-
lichkeiten für die Zeit nach der Ankunft des Gutes am Bestimmungsorte
besprochen. Hierbei wird wieder unterschieden, ob die verschiedenen
Exemplare sich in verschiedenen Händen zu verschiedenen oder zu gleichen
Rechten befinden, und letzterenfalls, ob die Konnossementsinhader sich
gleichzeitig melden oder ob sich einer nach dem andern meldet.
Verf. hat die einschlägige Literatur und Rechtsprechung überall
berücksichtigt. Die Darstellung zeigt, daß er den Stoff vollständig be-
herrscht. Die Beurteilung der zahlreichen zweifelhaften Fragen ist eine
durchaus selbständige. Ganz abgesehen hiervon würde die Schrift schon
wegen der übersichtlichen Darstellung, welche sie über die Besitzfrage in
den verschiedenen Fällen der Versendung und in den verschiedenen
Stadien eines jeden Falles gibt, als willkommene Vermehrung der
juristischen Literatur zu begrüßen sein.
Cassel. Fuchs.

125.
Modernes /ürstenrecht. Von vr. Hermann Rehm, Professor der Rechte
an der Universität Ltraßburg. München 1904. I. Schweitzer Verlag.
(Geh. M. 12,50, geb. M. 14,-.)
Der Verf. bemerkt in dem Vorwort, er habe die Anregung zu
feiner Schrift der Tatsache entnommen, daß die heutige Staatsrechts-
lehre der Anschauung huldige, das Staatswesen könne Thronanwart-
fchaftsrechte jeder Art durch seine Gesetzgebung einseitig aufheben oder
schmälern, ohne dadurch eine Rechtsverletzung zu begehen. Diese An-
sicht wolle er mit juristischen Gründen unter Berücksichtigung des histo-
rischen Auslegungsmoments bekämpfen. Da hierzu eine Durcharbeitung
der ganzen Materie des Fürstenrechts erforderlich gewesen sei, so habe
«r sich zu einer systematischen Darstellung des Fürstenrechts vom Stand-

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