Full text: Beiträge zur Erläuterung des deutschen Rechts (Jg. 49 (1905))

10.36. Apt, Reichsgesetz, betreffend Kaufmannsgerichte, vom 6. Juli 1904. 3. Aufl.

10.37. Haas, Kommentar zum Kaufmannsgerichtsgesetze vom 6. Juli 1904

446

Literatur.

begebenen Aktiva gezahlt haben, und nunmehr bei gleichmäßiger Ver-
teilung auf alle Aktionäre 12 pCt. eingefordert werden müssen.
In dem Abschnitte „Konkurspassiva" wendet sich der Vers, ent-
schieden gegen die neuerdings von Burkas vertretene Auffassung, daß die
Aktionäre hinsichtlich ihrer Mitgliedschaftsrechte Gläubiger der Aktien-
gesellschaft seien (65); behandelt weiter die Ansprüche, welche der Aktionär
im Konkurs als Gläubiger erheben kann (67), die Streitfrage nach dem
Rückzahlungsanspruche bei Herabsetzung des Grundkapitals ausführlich
erörternd (69); führt aus, daß die Inhaber von Genußscheinen nicht
berechtigt sind, als Gläubiger an dem Konkurse teilzunehmen, weil ihr
Anspruch dadurch bedingt sei, daß es zu einer Liquidation komme und
ein Rest in ihr verbleibe (73), und kommt dann auf einzelne Forde-
rungen zu sprechen (Prioritätsobligationen, Pfandbriesgläubiger der
Hypothekenbanken, Gläubiger der fusionierten Gesellschaft, Obligationen,
Lebensversicherungen, Schuldverschreibungen auf den Inhaber). Hervor-
zuheben sind die klaren und m. E. beifallswürdigen Ausführungen über
die Verwertung von Lospapieren und Prämienanleihen (83 ff.).
Die Schrift ist klar geschrieben, unterrichtet gut über die in Frage
kommenden Verhältnisse und bietet durch die ziemlich umfassende Heran-
ziehung des ausländischen Rechtes ein wertvolles Vergleichsmaterial zur
Beurteilung unseres Rechtes. In manchen Ausführungen wird sie auf
Widerspruch stoßen: so außer dem bereits Bemerkten, wenn auf S. 49 ge-
sagt wird, daß die Aktionäre, welche statutenmäßig der Einforderung
rückständiger Einzahlungen zuzustimmen haben, hiermit kein unent-
ziehbares Sonderrecht erworben haben, weil sie das Recht „nicht als
Einlagepflichtige, sondern als Mitwirkende der Generalversammlung"
haben. An manchen anderen Stellen wäre ferner m. E. etwas mehr
Ausführlichkeit geboten gewesen: so bei Erörterung der in der Literatur
und Rechtsprechung der jüngsten Zeit so oft berührten Frage, inwieweit
die Aktiengesellschaften einen Zwang auf Zuzahlungen ausüben dürfen.
Aber diese Ausstellungen sollen den günstigen Gesamteindruck von der
fleißigen Schrift nicht beeinträchtigen.
Dr. Heinrici.

69.
Neichpgesrh betreffend Äaufmannygerichtr vom 6. 3uli 1904 nebst dr«
preußischen Ausführungsbrstiuimungrn. Von Dr. Max Apt, Syn-
dikus der Ältesten der Kaufmannschaft zu Berlin. Textausgabe mit An-
merkungen und Sachregister. (Nr. 74 der Sammlung deutscher Reichs-
gesetze.) 3. Aufl. Berlin 1904. Z. Guttentag. (M. 2,—.)
Kommentar zum Laufmannsgerichtsgesrhr vom 6. 3uli 1904 nebst drei
Anlagen, enthaltend dir einschlägigen Abschnitte den HandelK-
gesetzbuchs, des Gerichtsverfaffungsgesetzes und der Gebührenord-
nung für Zeugen und Sachverständige. Von Haas, Oberlandes- -
gerichtsrat in Celle. Göttingen 1904. Vandenhoeck u. Ruprecht. (M. 1,40,
geb. M. 2,—.)

Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer