Full text: Beiträge zur Erläuterung des deutschen Rechts (Jg. 51 (1907))

16.6. Habicht, Internat. Privatrecht nach dem Einführungsgesetze zum BGB.

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Literatur.

literarischen Erscheinungen wird entschuldigt werden. Mehrfach hat der
Verf. wegen des näheren Nachweises auf frühere Abschnitte seines
Werkes Bezug nehmen müssen, so bei den Sätzen, daß der mittelbare
Besitzer keine tatsächliche Gewalt hat, daß es einen unmittelbaren Besitz
ohne Besitzwillen nicht gibt, daß wahre Besitzdienerschaft — zu unter-
scheiden von der bloßen Besitzgehilfenschaft — neben dem Willen des
Besitzdieners, den Anweisungen des Besitzers in Beziehung auf die Sache
Folge zu leisten, weiter zur Voraussetzung hat, daß ein räumliches Ver-
hältnis des Besitzers zum Besitzdiener besteht, nach welchem der erstere
jederzeit die unmittelbare tatsächliche Herrschaft über die Sache erlangen
kann. Gerade solche Hinweisungen lassen den Wunsch gerechtfertigt er-
scheinen, daß der Verf. mit seiner näheren Begründung dieser Sätze
an die Öffentlichkeit tritt. Eccius.

109.
Internationales Privatrecht nach dem Einführungsgesehr zum Kürger-
tichen Gesetzbuche. Von f Or. Hermann Habicht, Geheimer Ober-
justizrat und vortr. Rat im Zustizministerium. Aus dem Nachlasse her-
ausgegeben von Max Greifs, Geheimer Oberjustizrat und vortr. Rat
im Justizministerium. Berlin 1907. I. Guttentag. (M. 7,—.)
Habicht, der verdiente Verf. des Werkes über „die Einwirkung des
Bürgerlichen Gesetzbuchs auf zuvor entstandene Rechtsverhältnisse", hatte
einen größeren Kommentar über das Einführungsgesetz zum Bürger-
lichen Gesetzbuch in Angriff genommen und hiervon bei seinen Lebzeiten
die Erläuterung der Vorschriften über das Internationale Privatrecht —
Artt. 7—31 EG. — vollendet. Nach seinem am 28. Dezember 1905
erfolgten Tode ist diese Erläuterung vom Geh. Oberjustizrat Greiff
nochmals durchgesehen, durch Zusätze aus dem sog. Haager Abkommen
vom 12. Juni 1902 sowie durch Nachträge aus der neuesten Literatur
und Rechtsprechung, ingleichen durch Quellen- und Sachregister ergänzt
und in dieser Gestalt herausgegeben worden.
Der Erläuterung der Artt. 7—31 gehen allgemeine Vorbemer-
kungen voraus. Nach Ausführungen über die — von Habicht bean-
standete — Stellung der Vorschriften des Internationalen Privat-
rechts unter den allgemeinen Vorschriften (anstatt in einem beson-
deren Abschnitte) des EG. sowie über die einschlagende deutsche und
ausländische Literatur wird aus der Entstehungsgeschichte jener
Vorschriften namentlich hervorgehoben, daß von der Kommission für die
zweite Lesung des Entwurfes zum BGB. ein vollständiges System des
Internationalen Privatrechts als Buch VI des BGB. ausgearbeitet,
vom Bundesrat aber an Stelle dieses Entwurfes, unter Beseitigung
einer Reihe von grundlegenden Bestimmungen und unter Einschränkung
weiterer Vorschriften desselben nach Inhalt und Tragweite, nur eine
lückenhafte Reihe einzelner Vorschriften im Einführungsgesetze
zum BGB. aufgestellt worden sei und diese Ausstellung Gesetzeskraft
erlangt habe. Die Vorbemerkungen erörtern weiter die Grundzüge des-

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